München Bayerische Zoos fürchten Brexit-Chaos

Panzernashorn Sanjay steht im Nürnberger Tiergarten vor der Transportkiste - das Tier wird nach Edinburgh (Schottland) geschickt. Mehrere Zoos befürchten, dass es nach einem Brexit Probleme beim Transport ihrer Tiere für Zuchtprogramme geben könnte. Foto: Helmut Maegdefrau/Tiergarten Nuernberg/dpa

Zoos tauschen ihre Tiere regelmäßig aus. Der drohende ungeregelte Brexit könnte dies deutlich erschweren.

Zoos und Tiergärten in Bayern fürchten angesichts eines drohenden ungeregelten Brexits um den Austausch ihrer Tiere. Sprecherinnen des Zoos Augsburg und des Münchner Tierparks Hellabrunn warnten am Donnerstag etwa vor großen Problemen beim Zoll. Zudem könnten sich die Transportzeiten beim ohnehin schon komplizierten Tausch von Tieren weiter in die Länge ziehen, hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Daher wurden den Angaben zufolge zuletzt Transporte von Zootieren aus und nach Bayern beschleunigt. So schickte der Tiergarten Nürnberg kürzlich Nashorn Sanjay auf die Reise nach Edinburgh. Auch ein Augsburger Nashornbaby wurde nach Großbritannien gebracht. Der Tierpark Hellabrunn hatte einer Sprecherin zufolge den Transport von drei Visayas-Pustelschweinen nach München auf Mitte März vorverlegt.

Für die Zucht tauschen Zoos ihre Tiere regelmäßig aus, damit der Genpool der Tiere unterschiedlich genug bleibt. Dafür gelten EU-Regeln. Zwar züchten die meisten bayerischen Zoos nicht selber und sind einer Sprecherin des Münchner Tierparks zufolge nicht auf britische Tiere für den Nachwuchs angewiesen. Doch als Teilnehmer am europäischen Zuchtprogramm sei ein Austausch mit Großbritannien wichtig, sagte die Sprecherin.

Großbritannien sollte ursprünglich schon an diesem Freitag die EU verlassen. Ob, wann und unter welchen Bedingungen dies nun geschehen wird, ist aber zunächst offen.

 

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