Müllerbund schlägt Alarm Wieso ist Weizen so teuer?

Weizen ist im Preis deutlich angestiegen. Foto: Claudia Stecher

Der Bayerischer Müllerbund weist darauf hin, dass die Weizenpreise untypisch hoch sind für die Jahreszeit. Der Verband warnt vor den Auswirkungen von Spekulation.

Seit Ende letzten Jahres befinden sich die Getreidepreise laut Müllerbund im Höhenflug. „Für diese Jahreszeit völlig untypisch legten die Weizenkurse auf einem ohnehin schon beachtlichem Niveau im Januar um abermals 20 Euro pro Tonne zu und dies, obwohl der Januar eigentlich dafür bekannt ist, dass sich der Weizenmarkt typischerweise noch im Winterschlaf befindet“, betont der Präsident des Bayerischen Müllerbundes, Rudolf Sagberger. An der europäischen Warenterminbörse Euronext bewegen sich die Notierungen seit Wochen zwischen 225 und 235 Euro pro Tonne und damit auf Jahreshöchststand, heißt es. Solch hohen Preise könnten zu einer Verteuerung von Brot führen. In Entwicklungsländern könnten die hohen Preise fatale Konsequenzen haben und gar Hungersnöte auslösen, wie der Verband erläutert.

Betrachtet man sich die Preisentwicklung im zeitlichen Verlauf, dann ist klar, dass ein ähnlich hohes Niveau seit Jahren nicht mehr gegeben war. Laut Preischart der Börsenseite finanzen.net lag der Preis zuletzt im Jahr 2012 über dem derzeitigen Niveau, damals wurde gar ein Preis von 275 Euro aufgerufen. Die Preisrallye bei Weizen könnte also noch nicht vorbei sein.

Was sind die Gründe für den Preisanstieg? Eine erhöhte private Nachfrage, weil es in der Pandemie Mode wurde, selbst Brot zu backen? Laut Müllerverband kann dies wohl nicht das hohe Niveau erklären, denn die Produkte für den privaten Bereich würden nur einen einstelligen Prozentsatz an den insgesamt hergestellten Mühlenprodukten ausmachen. Gleichzeitig kam coronabedingt der Absatz im Gastrobereich nahezu vollständig zum Erliegen. Ob also insgesamt ein Anstieg beim Verbrauch gegeben war, ist fraglich. 

Statt der erhöhten Nachfrage verweist der Müllerverband auf Spekulation als Treiber für den Anstieg – möglicherweise wollten Broker "den schnellen Dollar machen". Das Marktumfeld scheint steigende Preise zu bedingen und damit auch Spekulation zu ermöglichen. Auf internationaler Ebene lassen sich Gründe für die Situation ausmachen, wie die Experten von agrarheute erläutern. So gab es zuletzt etwa einen Anstieg bei den US-Mais-Futures wegen hohen Exportverkäufen nach China, gleichzeitig hat Russland die Weizenexportsteuer erhöht. Ein weiterhin hohes Preisniveau ist also denkbar.      

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