Das ist schon unverfroren: Gerade erst wurde auf der Islamkonferenz in Berlin darüber diskutiert, die Moscheen und muslimischen Vereine in Deutschland unabhängig von ausländischen Geldgebern zu machen. Doch der türkische Moscheeverband Ditib lädt sich Vertreter der radikalislamischen Muslimbruderschaft nach Köln ein. Das ist ein Affront, der zeigt: Die von der türkischen Religionsbehörde Diyanet gesteuerte Ditib schert sich nicht darum, was der deutsche Staat sowie die Politik in Bund und Ländern von ihr erwarten.

Die Ditib ist der verlängerte Arm der türkischen Regierung. Was sie sich in Deutschland herausnimmt, würde Präsident Recep Tayyip Erdogan keiner vom Ausland gesteuerten Organisation auf türkischem Boden durchgehen lassen. Im Gegenteil, seine Staatsanwälte würden nicht lange zögern und dem Treiben ein Ende setzen. Und Deutschland? Viel zu lange hat die Politik Ditib gewähren lassen. Wollte nicht sehen, wie sehr sich der Verband verändert hat. Dass die wichtige integrative Aufgabe, die Ditib einst übernommen hat, in den Hintergrund gerückt ist.

Den vollständigen Artikel lesen Sie als Abonnent kostenlos auf idowa.plus oder in Ihrer Tageszeitung vom 10. Januar 2019.