"Moosburger Erklärung" Online-Petition gegen Corona-Leugner

Acht Moosburger Stadträte haben die Online-Petition Moosburger Erklärung - gemeinsam aus der Krise auf den Weg gebracht und rufen zum Unterschreiben auf. Foto: Tobias Grießer
Acht Moosburger Stadträte haben die Online-Petition "Moosburger Erklärung - gemeinsam aus der Krise" auf den Weg gebracht und rufen zum Unterschreiben auf. Foto: Tobias Grießer

Mit einer Online-Petition wollen mehrere Moosburger Stadträte "Querdenkern und Coronaleugnern" die Stirn bieten. Acht Politiker - mit dem dritten Bürgermeister Michael Stanglmaier an der Spitze - haben auf der Kampagnen-Plattform Change.org die "Moosburger Erklärung - gemeinsam aus der Krise" gestartet und hoffen dabei auf möglichst viele Unterstützer und Unterzeichnende. Bis zum Montagnachmittag hatten bereits deutlich über 100 Bürger diese Petition online unterschrieben.

Michael Stanglmaier erklärt hierzu auf Facebook: "Wir kriegen die Corona-Pandemie nicht dadurch in Griff, wissenschaftliche und medizinische Erkenntnisse zu verneinen und unseren demokratischen Rechtsstaat als Diktatur zu verunglimpfen. Wer Deutschland als Diktatur bezeichnet, beleidigt nebenbei auch die Opfer echter Diktaturen. Impfen ist die wichtigste Einzelmaßnahme, um möglichst bald wieder zu einem normalen Leben zurückkehren zu können. Scheinbar wollen das Querdenker und Corona-Leugner verhindern."

"Wir verhalten uns umsichtig und solidarisch"

Hier der Wortlaut der "Moosburger Erklärung": "Wir Moosburger verhalten uns in der Corona-Pandemie umsichtig und solidarisch. Von Beginn an haben unsere Gastronomen und Einzelhändler alle nötigen Maßnahmen und Beschränkungen umgesetzt, auch wenn es für die Betroffenen oft mit teils erheblichen Umsatzeinbußen verbunden war und ist. Auch Kultureinrichtungen, unsere Vereine und Gruppen haben ihr Angebot zu großen Teilen eingeschränkt oder gar komplett eingestellt. Sie alle tun das, um ihrer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe im Kampf gegen die Corona-Pandemie nachzukommen und Verantwortung zu übernehmen.

Auch wir als Moosburger Bürger haben unseren Teil zu diesen Maßnahmen beigetragen und tun das auch bis heute. Wir stehen zu unseren Händlern, Gastronomen und den Wirtschaftsbetrieben, die in dieser Krise alles gegeben haben. Das verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung.

Ebenso sprechen wir allen Mitarbeitern in Klinik- und Pflegeeinrichtungen, Impf-/Testzentren, Apotheken, den Rettungskräften und der Polizei unseren Dank aus. Wir wissen, wie wichtig ihre Arbeit ist, und haben tiefen Respekt, dass sie diese Arbeit auch unter den Extrembedingungen in Pandemiezeiten aufopferungsvoll verrichten.

Wir wissen, dass wir mit der Annahme von Impfangeboten gegen das SARS-COV-2-Virus Teil einer einmaligen Solidaritätsaktion sind, und tragen gerne dazu bei, um uns und andere zu schützen. Bei Ängsten einer Impfung bitten wir Sie, sich umfassend bei Ihrer Vertrauensperson beraten zu lassen!

Mit der Unterzeichnung dieser Erklärung rufen wir alle Moosburger, die das Impfangebot als wichtigsten Baustein im Kampf gegen das Virus bisher noch nicht angenommen haben, dazu auf, das nun zu tun.

Gezielte Fehlinformationen nicht hinnehmen

Was wir nicht hinnehmen, sind gezielte Fehlinformationen und Versuche einer kleinen Minderheit, die Leistung von uns allen kleinzureden oder sich gar darüber lustig zu machen. Wir achten und verteidigen das Grundrecht auf Versammlung im Sinne unserer demokratischen Staatsordnung, treten jedoch entschieden gegen Versammlungen ohne rechtliche Grundlage ein.

Ebenso verurteilen wir jede Art von Vergleichen der aktuellen Maßnahmen mit Taten aus diktatorischen Regimen und aus den dunkelsten Tagen unserer Geschichte. Außerdem verurteilen wir jede Straftat, die unter dem Deckmantel des Protestes begangen wird, insbesondere gegen Polizei- und Rettungskräfte.

Wir sind der festen Überzeugung, dass die Akteure des angeblichen Protestes und selbst ernannte Widerstandskämpfer die Spaltung der Gesellschaft als solches, von Familien, Freundschaften und anderen zivilgesellschaftlichen Gruppen bewusst befeuern, um Unruhe zu stiften und so unsere Demokratie schwächen wollen.

Wir rufen deshalb alle Moosburger Bürger und Bürgerinnen dazu auf, nicht an Demonstrationen und "Spaziergängen" teilzunehmen, die sich gegen Maßnahmen richten, die eine schlimmere Ausbreitung des Corona-Virus verhindern sollen.

Als Moosburger stehen wir auch jetzt zusammen und treten für unsere gemeinsamen Werte ein, ohne andere in Gefahr zu bringen. Wir sehen diese Erklärung als Sprachrohr und erheben unsere Stimme gegen Corona-Leugner und verschwörungstheoretische Strömungen in der Gesellschaft."

Erstunterzeichner der Petition sind die Stadträte Evelin Altenbeck (Grüne), Gerd Beubl (SPD), Philipp Fincke (FDP), Julian Grübl (F.R.E.S.H.), Rudolf Heinz (CSU), Jörg Kästl (ÖDP), Julia Neumayr (F.R.E.S.H.) und 3. Bürgermeister Michael Stanglmaier (Grüne).

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