So voll sah man das Münster bei einer Matinee selten. Ob es am nahenden Weihnachten lag oder an einer Reihe ungewöhnlicher Aspekte und Details, sei dahingestellt. Bayern und der Alpenraum bestimmten jedenfalls ab 12.05 Uhr das Münster.

Ludwig Thomas "Die Heilige Nacht" war der literarische Kern der Matinee. Das 1917 entstandene Stück, das die bayerische Winterlandschaft und das Lukasevangelium und die anfangs eingetrübte Sicht der armen Menschen auf das heiligende Geschehen verknüpft, wurde in Raten von Michaela Hofmann gelesen. Sie trug den Text natürlich, sauber deklamiert, spannend und ohne unnötig übertriebenen Dialekt vor. Manchmal passte sie diesen an die hiesige Gegend an. Aus Thomas oberländisch-tirolerischem "enk" für "euch" wurde das im Isartal und der Holledau gebräuchliche "eng". Hofmann arbeitete auch Thomas Abkehr von einer Schwarz-Weiß-Sicht heraus. Da machten sich Eheleute, die mitten in der Nacht zuerst der schwangeren Maria und ihrem Mann ein Quartier verweigert hatten, dann doch Gedanken, ob diese Abweisung wirklich richtig war. Wie aus einer universellen Erfahrung heraus beklagten sich die Protagonisten, dass der Geldhunger des Kaisers Augustus mit den Steuern der kleinen Leute gestillt werden muss.

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