Mitterfels Mit "Stadtturmtasche" zum Gäubodenvolksfest

Brigitte Angerer mit ihrer selbstgemachten Stadtturmtasche. Foto: Susanne Pritscher

Für unsere Serie „selbstgemachte Trachtenaccessoires aus der Region“ haben wir Brigitte Angerer und ihr „Naehkaestchen“ besucht. Die Mitterfelserin stellt unter anderem Trachtentaschen und Kropfbänder passend zum Dirndl her.

Seit Juni 2014 gibt es Brigitte Angerers „Naehkaestchen“ schon. „Ich hab damals einen Dirndl-Nähkurs besucht und damit hat es angefangen“, erzählt die 50-Jährige. Ihr blau-schwarzes Dirndl trägt sie heute noch gern. „Ich hab zwei selbst geschneiderte Dirndl und die zieh ich auch am liebsten an.“ Passend dazu hat Brigitte Angerer natürlich auch eine farblich passende Trachtentasche aus Kunstleder – ebenfalls selbstgemacht versteht sich.

Auf die Idee gekommen sei sie durch ihre Tochter. „Sie hat mich dann gefragt: Machst ma a a passende Tasche zum Dirndl? Und des hab i dann a gmacht“, erinnert sie sich. Die Tasche habe sie dann auf Facebook gepostet und gleich viele Anfragen von Bekannten bekommen, ob sie ihnen auch eine machen könne. „So bin ich dann auf die Idee gekommen, mein Kleingewerbe anzumelden.“ Genannt hat sie ihr Kleinunternehmen „Das Naehkaestchen by Brigitte Angerer“. „Erst habe ich immer nur Handtaschen gemacht, dann hatten meine Kinder noch weitere Ideen, was ich sonst noch nähen könnte.“ Inzwischen näht die Mitterfelserin auch noch Kissen für verschiedene Anlässe wie etwa Hochzeiten, Muttertage oder Geburten, Schlüsselanhänger, Babydeckchen und noch mehr. „Ich freu mich, wenn ich immer wieder mal was Neues machen kann“, sagt die 50-Jährige, die eigentlich als Personalratsvorsitzende für das Rote Kreuz arbeitet.

"Massenproduktion ist nichts für mich"

So kurz vor dem Volksfest bekommt sie viel mehr Anfragen für ihre Trachtentaschen, während ihre Kissen das ganze Jahr über regelmäßig bestellt würden. „Die meisten kommen mit ihren Dirndln vorbei, damit die Tasche farblich auch zur Tracht passt“, erklärt Brigitte Angerer. Wichtig ist ihr, individuelle Taschen zu machen. „Ich mache hauptsächlich Einzelanfertigungen. Massenproduktion ist nichts für mich, das bin nicht ich“, sagt sie. Für sie ist das Nähen in erster Linie immer noch mehr ein Hobby. „Es soll ja auch noch Spaß machen.“

Oft bekomme sie auch Kundenwünsche für ein bestimmtes Motiv. „Einmal sollte ich für eine Hochzeit ein Kissen anfertigen. Aber mit Polizeiauto drauf und Handschellen statt Eheringen. Drauf schreiben sollte ich dann 'lebenslänglich'“, lacht sie. Das sei ein Brautgeschenk für ein Polizistenpaar gewesen.

Auch für Kinder hat sich die 50-Jährige schon einiges überlegt. „Ich habe zum Beispiel eine Maltafel für unterwegs genäht, damit die Kinder auf Familienfeiern und im Wartezimmer etwas zu tun haben“, erklärt sie. Dafür näht sie einen Tafelstoff auf eine selbstgemachte Stofftasche mit eigenen Fächern für bunte Kreiden und Schwämme. „Die Tasche kann man ganz einfach zusammenrollen und verstauen. Das ist praktisch“, so Brigitte Angerer.

In drei Schritten zur Trachtentasche

Und am liebsten näht die Mitterfelserin am frühen Abend, oft bis elf Uhr abends. „Da hab ich richtig Zeit, einfach dahin zu arbeiten“, sagt sie. Nur für das Nähen einer Tasche brauche sie zwei bis drei Stunden, dann sei aber noch kein Motiv drauf gestickt. Dafür hat sie extra eine richtige Stickmaschine. Die steht im Eck neben dem kleinen Fenster in ihrem Nähzimmer. „Das war früher eine Küche, sieht man noch an den Fliesen“, sagt sie und deutet auf die beigen Kacheln an der Wand. Statt der Küchentheken zieht sich nun eine lange, ums Eck gehende Arbeitsfläche durch den Raum. Darüber quillen aus hölzernen Schränken viele verschiedene Stoffe. Den Rest habe sie ausgelagert. „Aber ich hab ihr eigentlich alles, was ich so zum Arbeiten brauche.“

Die Trachtentaschen werden meist in drei Schritten hergestellt: Erst schneidet sie das Kunstleder zu, dann spannt sie es in die Stickmaschine, die das Motiv auf das Leder stickt. Zum Schluss näht Brigitte Angerer die Tasche dann zusammen. Manchmal erhalten die Täschchen auf Wunsch auch noch ein kleines Highlight wie ein Charivari. „Das macht dann meist meine Tochter, die kann das schneller als ich“, lacht Brigitte Angerer.

Ihre Produkte verkaufen sich meist durch Mundpropaganda. Ab und zu verkaufe sie auf Märkten, aber eigentlich nur an bestimmten. „Ich bin jedes Jahr bei der Mitterfelser Marktmeile, dem Christkindlmarkt hier und dem Sommerfest der Barmherzigen Brüdern in Straubing dabei. Aber ansonsten bin ich nicht auf Märkten.“

 
 

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