Ministerin Trautner (CSU) schlägt Alarm München ist Deutschlands Pendler-Hochburg

Immer mehr Menschen in Deutschland müssen zu ihrem Arbeitsplatz pendeln, ob mit dem Zug oder mit dem Auto. (Symbolbild) Foto: imago

Deutschland wird immer mehr zum Pendlerland. Aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit zufolge hatten im vergangenen Jahr rund 12,6 Millionen Beschäftigte einen Arbeitsplatz außerhalb ihrer Stadt oder ihres Landkreises. Für viele Pendler geht die Reise sogar in ein anderes Bundesland. Eine Bild, das auch in Reihen der Politik nachdenklich macht.

Die aktuellen Daten zu Pendlerverflechtungen der Bundesagentur für Arbeit sprechen Bände. Daraus geht hervor, dass im Jahr 2019 sowohl die Zahl der Pendler zwischen den Bundesländern, als auch zwischen den Landkreisen zugenommen hat. 3,4 Millionen Menschen mussten demnach in ein anderes Bundesland reisen, um ihre Arbeit aufnehmen zu können – im Vorjahr waren es noch etwa 50.000 Beschäftigte weniger. Zur Jahrtausendwende sogar nur 2,14 Millionen Menschen. Innerhalb ihres Bundeslandes pendeln sogar rund 12,6 Millionen Arbeitnehmer täglich von A nach B.

So viel Aufwand ist selbstredend mit zusätzlichem Stress verbunden. Und Stress wirkt sich bekanntlich nachhaltig negativ auf die Gesundheit aus. Zudem wird es immer schwieriger, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Das sieht auch Bayerns Arbeits- und Familienministerin Carolina Trautner (CSU) so: „Diese Menschen brauchen Bedingungen, die dem Pendelstress entgegenwirken. Dazu gehört es auch, dass sich die Unternehmen verändern und zum Beispiel mit flexibleren Arbeitszeit- und Arbeitsortmodellen ihren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.“ Einen Lösungsansatz nennt Trautner gegenüber idowa: „Hierfür können sich die Unternehmen auch die Chancen der Digitalisierung zunutze machen. Wir unterstützen sie dabei beispielsweise mit dem ‚Familienpakt Bayern‘.“

Vor allen Dingen in Bayern scheint Handlungsbedarf zu bestehen. Denn die Stadt München ist Deutschlands Pendler-Hochburg. Rund 390.000 Beschäftigte pendelten im vergangenen Jahr aus einem anderen Landkreis in die Stadt. Platz zwei belegt Frankfurt am Main: hier waren es zuletzt 374.000 Menschen. Zum Vergleich: in Berlin waren es laut Statistik lediglich 315.000 Menschen, die pendeln mussten.

Eindeutige Verhältnisse dagegen nach wie vor beim Pendler-Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland. Wie die Zahlen der Agentur für Arbeit belegen, pendelten im Vorjahr rund 415.000 Beschäftigte aus Ostdeutschland in den Westen. In umgekehrter Richtung waren es dagegen nur 178.000 Beschäftigte.

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