Militärjunta Luftangriff auf Schule in Myanmar tötet elf Kinder

Ein Schulbuch und ein Notizheft liegen staubbedeckt in den Überresten der angegriffenen Schule in der Region Sagaing. Foto: Uncredited/AP/dpa

Die regierende Militärjunta soll im Kampf gegen Milizen eine Schule im Nordwesten des Landes angegriffen haben. Zahlreiche Kinder kommen ums Leben. Das Entsetzen ist groß.

Bei einem Luftangriff der Militärjunta auf eine Schule in Myanmar sind mindestens elf Kinder getötet worden. Zwei Kampfhubschrauber hätten das Schulgebäude in Tabayin in der Region Sagaing im Nordwesten des Landes am Freitag vergangener Woche unter Beschuss genommen, berichteten örtliche Medien. Augenzeugen bestätigten die Angaben und sagten der Deutschen Presse-Agentur, mindestens 20 Schülerinnen und Schüler seien teils schwer verletzt worden.

Laut Unicef werden noch 15 Kinder aus der Schule vermisst. "Unicef fordert ihre sofortige und sichere Freilassung", hieß es in einer Mitteilung des UN-Kinderhilfswerks. Zum Schicksal der Vermissten gab es zunächst keine Angaben.

"Als der Luftangriff losging, haben die Lehrer die Kinder aufgefordert, unter Tischen Schutz zu suchen", sagte eine Verwandte mehrerer Schulkinder der dpa. Jedoch sei es für einige zu spät gewesen. Insgesamt besuchten 240 Kinder die Schule.

Seit dem Militärputsch im früheren Birma im Februar 2021 versinkt das Land in Chaos und Gewalt. Die demokratisch gewählte Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wurde entmachtet, die Junta regiert mit eiserner Faust. Aber das Volk will sich nicht beugen: Widerstandsgruppen kämpfen vielerorts gegen die Armee.

Das Militär habe sich für den Luftangriff entschieden, weil es in dem Ort Milizen vermutete, zitierte die Zeitung "The Irrawaddy" das Informationsministerium der Junta. "Extremisten" hätten sich in der Gegend versteckt. Der Anführer einer Widerstandsgruppe erklärte: "Wir können es noch akzeptieren, wenn sie uns töten, weil wir gegen sie kämpfen. Aber sie haben Kinder in einer Schule ermordet. Das ist inakzeptabel."

Die Europäische Union zeigte sich entsetzt über die Berichte. Eine solche Militäraktion gegen ein ziviles Ziel verstoße gegen das humanitäre Völkerrecht und müsse umfassend untersucht werden, forderte das Büro des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Dienstag. "Für dieses Verbrechen muss Rechenschaft abgelegt werden." Kinder und Schulen dürften niemals zur Zielscheibe werden.

Laut einem Bericht des UN-Sonderberichterstatters für die Menschenrechtssituation in Myanmar vom Juni wurden seit dem Putsch mindestens 382 Kinder von bewaffneten Gruppen getötet oder verstümmelt. In den meisten Fällen sei das Militär verantwortlich, hieß es. Demnach wurden auch viele Kinder entführt, um im bewaffneten Konflikt zwischen der Junta und den Rebellengruppen mitzukämpfen.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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