Messerstecher von Würzburg Polizei hält islamistisches Motiv für naheliegend

Grablichter, Kerzen und Blumen liegen vor einem Kaufhaus in der Innenstadt, in dem ein Mann vor einer Woche Menschen mit einem Messer attackiert und getötet hatte. Foto: Daniel Karmann/dpa/dpa

Der Messerstecher von Würzburg ist bisher noch nicht ausführlich von den Ermittlern vernommen worden. "Wir sind immer noch bemüht, mit ihm zu sprechen", sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) am Dienstag in München. Die bisherigen Versuche seien nicht erfolgreich gewesen. Die Gründe dafür wollte der Sprecher nicht sagen. Ziel sei eine offizielle Vernehmung möglichst mit einem Richter, die auch vor Gericht verwertet werden könne.

Aus Sicht des Pflichtverteidigers des 24-Jährigen ist sein Mandant allerdings derzeit nicht vernehmungsfähig. Eine umfassende Kommunikation sei mit dem Somalier noch nicht möglich, er sei weiter psychisch auffällig, sagte der Rechtsanwalt in Würzburg.

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft München ist ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben worden, um zu klären, ob der Mann bei der Tat schuldunfähig war und in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss. Der Pflichtverteidiger sagte, derzeit liefen dazu Untersuchungen, sein Mandant werde begutachtet.

Der Somalier hatte am 25. Juni in der Würzburger Innenstadt auf mehrere Menschen eingestochen, die er nicht gekannt haben soll. Drei Frauen starben. Fünf Menschen verletzte der Flüchtling mit einem Messer lebensgefährlich, zwei erlitten leichte Verletzungen.

Die Polizei hält es für naheliegend, dass der Mann islamistisch motiviert war. Allerdings wird auch eine psychische Störung nicht ausgeschlossen.

Die Ermittler sind nach eigenen Angaben bisher mehr als 180 Hinweisen nachgegangen. Zudem zählten sie bereits mehr als 100 Befragungen und Vernehmungen.

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