Merkels Rundumschlag So reagiert das Netz auf den "Anne Will"-Talk der Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (r., CDU) ist zu Gast in der ARD-Talksendung Anne Will und spricht Tacheles. Foto: Wolfgang Borrs/NDR/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel (r., CDU) ist zu Gast in der ARD-Talksendung "Anne Will" und spricht Tacheles. Foto: Wolfgang Borrs/NDR/dpa

Als Dauergast in Talkshows ist Angela Merkel nicht gerade bekannt. Wenn sie diese Bühne sucht, dann gezielt. So auch am Sonntagabend bei "Anne Will". Die Kanzlerin geht dabei in Offensive und liest den Länderchefs mit teilweise deutlichen Worten die Leviten. Im Netz erntet sie dafür Zustimmung und Kritik gleichermaßen - und sorgt bisweilen auch für Gelächter. Unser heutiges Netzfundstück. 

Resolut und gut vorbereitet tritt Angela Merkel in dem Interview auf. Die Kanzlerin droht, sie wirbt, sie argumentiert und macht auch vor den eigenen Parteikollegen nicht halt. Wo Diskussionen hinter verschlossenen Türen nicht mehr ausreichen, um den Corona-Kurs zu verschärfen, setzt Merkel jetzt auf öffentlichen Druck. NRW-Ministerpräsident und CDU-Chef Armin Laschet bescheinigt sie, wenn auch erst auf erneutes Nachhaken, einen Verstoß gegen die Notbremse. Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlands, bekommen ihr Fett weg. Merkel wirft den Länderchefs vor, die Bund-Länder-Runden für politische Spielchen zum eigenen Vorteil zu nutzen.

Gleichzeitig wird in dem Gespräch auch deutlich, wo die Grenzen der Kanzlerin liegen. Sie weiß, dass sie auf die Länder angewiesen ist und für jeden Beschluss eine Mehrheit im Bundestag und Bundesrat braucht. Auch das Chaos um die nächtliche Ministerpräsidentenkonferenz vom vergangenen Montag ist nach wie vor präsent. Merkel nennt die zurückgezogene Osterruhe eine "Zäsur", betont, dass sie ein Umdenken in den Ländern bemerke - wenn auch nich nicht genug. 

Auch im Netz war das Interview mit der Kanzlerin am Montagvormittag das bestimmende Thema, der Hashtag #AnneWill führte stundenlang die Twitter-Trends an. Neben Zuspruch erntet die Kanzlerin für ihren Auftritt auch Kritik und Häme. Im Folgenden präsentieren wir eine Auswahl der am häufigsten geteilten Tweets: 

Diese Userin fühlte sich beim Ansehen des Interviews an Elternsprechtage erinnert: 

Der Cartoonist Ralph Ruthe dagegen an sein Navigationsgerät: 

Die Satire-Sendung extra3 präsentierte den deutschen Corona-Kurs in einer "anschaulichen" Grafik:

Selbstbeherrschung ist wohl noch untertrieben:

Vor allem Armin Laschet dürfte nach der Kritik der Kanzlerin not amused gewesen sein:

Auch viele Politiker äußern sich nach der Sendung mit klaren Worten: 

"Garfield" lässt grüßen: In diesem Fall scheint auch die Kanzlerin kein Fan von Montagen gewesen zu sein. 

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