Menstruation in Asien, Afrika und Südamerika Wie weltweit mit der Periode umgegangen wird

In Deutschland gibt es für die Periode Lösungen wie Tampons und Damenbinden. In vielen anderen Ländern ist das leider nicht der Fall. Foto: freepik/wayhomestudio

Wie Frauen rund um den Globus mit ihrer Blutung umgehen, klingt teilweise kurios.

Sambia

Frauen aus dem ostafrikanischen Land können sich während ihrer Blutung nur provisorisch behelfen, da ihnen der Zugang zu Binden oder Tampons fehlt. So verwenden sie getrockneten Kuhfladen (durch das Trocknen verlieren die Fladen ihren Gestank). Sie formen ihn mit einem Messer so, dass er sich gut in die Unterhose legen lässt. Zuvor wickeln die Frauen noch Stofffetzen um den getrockneten Dung. Ist der Kuhfladen mit Blut vollgesogen, wird er in einem kleinen Loch im Boden vergraben. Männer dürfen das Vergraben auf keinen Fall sehen, das ist verboten.

Pakistan

In dem südasiatischen Land fangen die Frauen ihre Blutung häufig mit alten Kleidungsstücken auf, die nicht mehr getragen werden. Natürlich ist das alles andere als bequem. Richtig gut bewegen können sich die Frauen so nicht mehr.

Uganda

In dem ostafrikanischen Land ist die Menstruation ein absolutes Tabuthema. Die Frauen müssen während dieser Zeit zuhause bleiben, da sie als unrein gelten. Manche Frauen tragen während ihrer Regel einen Rock aus Ziegenleder. Wenn sie bluten, suchen sie sich mit diesem Rock einen geeigneten Ort, um am Boden zu sitzen.

Sie falten den Rockzipfel zwischen den Oberschenkeln zusammen und warten, bis das Blut in den Rock läuft. Ist der Blutfluss verebbt, schmieren sie den Rock mit Kuh-Ghee (eine spezielle Art von Kuhmilch-Butter) ein. Dafür suchen sich die Frauen einen ruhigen Ort, denn niemand darf das Blut sehen. Dann wringen sie das Blut aus dem Rock.

Außerdem ist es in Uganda gebräuchlich, dass sich Frauen ein kleines Loch im Boden buddeln, um das Blut dort hinein fließen zu lassen. Sie setzen sich über das Loch, breiten ihren Rock aus und warten. Im Anschluss befüllen sie das Loch mit Erde.

Die Frauen graben sich während ihrer Blutung jeden Tag ein neues Loch. Außer ihnen selbst darf niemand anderes davon mitbekommen, dass sie gerade ihre Regelblutung haben.

Podcast zum Thema: 

„Es ist, als würde man mich von innen anzünden. Oder als würde jemand von unten ein Messer in den Bauch rammen und es dreimal umdrehen.“ So fühlt sich für die 23-jährige Mia ihre Endometriose an. In der neuen Folge unseres Podcasts „Sprechstunde“ erzählt sie, wie sie mit der Krankheit lebt.

  

Nepal/Indien

In ländlichen Gegenden der beiden Länder ist es auch heute noch Tradition, menstruierende Frauen aus dem Haus zu verbannen. Die Frauen müssen ihre Periode in kleinen Holzverschlägen verbringen. Sie dürfen weder das Essen noch Trinken ihrer Familie berühren und auch kein Wasser aus dem Brunnen schöpfen, um sich zu waschen. In diesen kleinen Hütten sind die Frauen schlecht geschützt vor Schlangen und sexuellen Übergriffen. Die Menschen glauben, dass es Unglück bringen würde, wenn man sich nicht mehr an diese Tradition hält.

Venezuela

Das Land steckt in einer Krise. Es ist für die Frauen dort fast unmöglich, an Binden oder Tampons zu kommen. Deshalb müssen sie während ihrer Regel minderwertige Stoffreste benutzen, die oft verunreinigt sind, wodurch es zu Infektionen kommen kann.

Quellen: Die Zeit, Süddeutsche Zeitung, Watson
 

Freistunde-Logo

Hinweis: Dieser Text stammt aus der Freistunde, der Kinder-, Jugend- und Schulredaktion der Mediengruppe Attenkofer. Für die Freistunde schreiben auch Leser, die Freischreiben-Autoren. Mehr zur Freistunde unter freistunde.bayern.

Weitere Artikel

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading