Protest am Stadtplatz Corona-Spaziergang, Polizei und Gegendemos in Straubing

Eine Demonstrantin hält eine Grabkerze in die Kamera. Foto: Christoph Urban

Mehrere Hundert Menschen haben sich am Montagabend ab 18 Uhr in Straubing am Theresienplatz getroffen und sind mutmaßlich aus Protest gegen die Corona-Beschränkungen durch die Innenstadt gezogen. Die Demonstration war von Polizisten begleitet. Außerdem waren zwei Gegen-Demonstrationen angekündigt.

Viele der Teilnehmer trugen Kerzen oder Lichterketten, einige wenige auch Protestschilder, auf denen sie etwa mehr Freiheit forderten.

Vor Beginn des Zugs, der die Simon-Höller-Straße hinab zum Untern Rain führen sollte, rief ein Organisator per Megafon dazu auf, friedlich und ruhig zu demonstrieren. Man wolle "den Schmierblättern" keinen Anlass geben, negativ über den Umzug berichten zu können. Außerdem verwies er auf zwei angekündigte Gegen-Demonstrationen mit dem Hinweis, sich nicht provozieren zu lassen. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer zunächst auf etwa 600 Personen. Während des Aufzugs stießen jedoch noch weitere dazu. In der Spitze beteiligten sich laut Polizei rund 750 Personen an der Demonstration. 

Zeitgleich fanden auch zwei Gegenversammlungen statt. Am Steiner-Thor-Platz waren laut Polizei etwa 50 Menschen anwesend, am Ludwigsplatz waren es nur etwa zehn Gegendemonstranten. Alle Versammlungen waren angemeldet und verliefen laut den Angaben der Beamten störungsfrei. 

Schon zum Wochenende hin hatte die Straubinger Polizei angekündigt, Corona-Spaziergänge als Versammlungen zu werten, die vorher angemeldet werden müssen. Gemäß der Corona-Regeln in Bayern sind derzeit unangemeldete Versammlungen von mehr als zehn Personen in der Innenstadt nicht erlaubt.

Zuletzt hatten die Umzüge unangemeldet stattgefunden. Am Samstag hatte die Polizei einen Corona-Spaziergang in Straubing begleitet. Schon vergangenen Montag waren Menschen durch Straubing gezogen, laut Polizeiangaben etwa 600. Am Dienstag hatte die Polizei einen "de-facto-Leiter" der Versammlung ermittelt.

Nach Angaben der Polizei haben inzwischen Gespräche zwischen den Anmeldern der Demos, der Stadt als Versammlungsbehörde und der Polizei stattgefunden.

Einen Aufruf des Bündnis "Wir sind Straubing" gegen Corona-Spaziergänge unterzeichnet haben unter anderem Oberbürgermeister Markus Pannermayr, die Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden der Stadt sowie Vertreter aus Sport, Gesundheitsbranche, Religion und Gesellschaft wie Klinikum-Geschäftsführer Christoph Scheu, Tigers-Geschäftsführerin Gaby Sennebogen oder Anna Zisler, Geschäftsführerin der israelischen Kultusgemeinde.

Im Aufruf schrieb das Bündnis um Sprecher Hasso von Winning, man akzeptiere nicht, wenn bei diesen Spaziergängen "wie am vergangenen Montag geschehen ein Davidstern mit der Aufschrift ,ungeimpft' sichtbar getragen" werde. Das Bündnis sehe darin "eine Verharmlosung der Verbrechen in der Hitlerdiktatur".

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