Erster Besuch nach dem Lockdown Freibad Straubing: Welches Tier bin ich?

Im Freibad in Straubing kann man wieder seine Bahnen ziehen. Foto: Susanne Raith

Unsere Redakteurin war nach den Monaten des Lockdowns zum ersten Mal wieder im Schwimmbad und durchlebte Metamorphosen – vom Hasen zur Schildkröte und wieder zurück. Nur eines fehlte: ein Hendl.

Im Meer mag man mehr entdecken als nur Kacheln und Markierungen am Boden. Wenn ich meine Bahnen im Schwimmerbecken ziehe, sehe ich das Sonnenlicht auf den Fliesen tänzeln. Ich spüre wie mein Körper seinen Rhythmus findet und wie mein Kopf, den ich immer wieder nur kurz wie ein Schwan aus dem Wasser strecke, den Beckenrand vergisst. Ein Schwan war ich am Freitag allerdings nicht, obwohl das Freibad in Straubing nach gut zwei Monaten endlich öffnete und mir ein Stück Freiheit zurückgab.

Das Gelände betreten, sich schnell umziehen und ins Schwimmerbecken eintauchen, ging nicht. Als ich vor dem Becken stand, musste ich mich erst zwischen Schnecke, Schildkröte, Hase und Hai entscheiden. Da ich mich nicht zu den Freizeit- und Schönwetterschwimmern zähle, fielen für mich Schnecke (langsam) und Schildkröte (normal) durch. Ich stufte mich als Hase (schnell) ein, weil Haie schon all die Sportler waren, für die Schwimmen der Sport Nummer 1 ist. Für mich ist das nun einmal Laufen.

Ich begab mich zu meiner Bahn und schwamm los. Die ersten zehn Bahnen war ich alleine. Dann kam ein Hai, der eigentlich in der Sportlerbahn schwimmen hätte sollen. Als er mich überholt und ein zweiter Hai kommt, wechsele ich als Hase zu den Schildkröten. Dort ist es für ein paar weitere Bahnen wunderbar, bis auf einmal ein Bierbauch vor mir schwimmt. Ich hebe meinem Kopf und halte nach dem Badpersonal Ausschau. Blöd, ich werde beobachtet. Eine Frau hinter mir schreit bereits: „Nicht überholen! Das darf man nicht!“ „Der Hai konnte das doch vorher auch“, denke ich mir. Da ich vorbildlich sein und das Bad nicht schon verlassen willt, passe ich mich der Geschwindigkeit an. Nach ein paar Bahnen bin ich genervt und wechsele wieder zu den Hasen. Dort geht es auf einmal und ich kann meine insgesamt 60 Bahnen zu Ende schwimmen.

Der Freibadbesuch mit all seinen Regeln wegen Corona war anders, dennoch gut. Endlich wieder Eintauchen ins glitzernde Blau, die Wasserwelt Bahn für Bahn genießen – darauf hatte ich lange gewartet. Freuen würde ich mich nur, wenn es ab morgen auch Hendl für all die Bierbäuche zur Auswahl geben würde.

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