Mehr Interesse, mehr Spieler So boomt Football in Ostbayern

Der Football-Boom der vergangenen Jahre hat auch Auswirkungen auf die Teams der Region Ostbayern. (Symbolfoto) Foto: imago

Die Sportart American Football wird immer populärer. Doch in welchem Ausmaß macht sich der Football-Boom in Ostbayern bemerkbar? Wir haben nachgefragt.

American Football ist in den USA schon längst Sportart Nummer eins. Zuletzt wurden zur internationalen Vermarktung der National Football League (NFL), sowie der Sportart American Football, Spiele in England und Mexiko abgehalten. Doch auch in anderen Ländern wie Deutschland rückt es immer mehr in den Vordergrund.In den Vereinen der Region Ostbayern zeigt sich die aufkommende Faszination für die US-Sportart.

Vom Super Bowl hat wohl jeder sportbegeisterte Mensch schon einmal etwas gehört. Es ist ein Sportereignis der Superlative. Das Finale der umsatzstärksten Sportliga der Welt verzeichnet immer wieder Zuschauerrekorde. Bis zu 800 Millionen Menschen auf der ganzen Welt sahen in der vergangenen Saison zu, als die New England Patriots nach einer beeindruckenden Aufholjagd die Atlanta Falcons bezwangen. Die Partie um die Vince Lombardi Trophy ist sogar so begehrt, dass ein 30-sekündiger Werbespot einen Millionenbetrag kostet.

Der Football-Hype springt auf Deutschland über

In den vergangenen Jahren ist der Hype um den Sport auch nach Deutschland übergesprungen. Auch die regionalen Vereine Straubing Spiders, Raiders Cham, die sich erst im Jahr 2017 neu gründeten und Landshut Black Knights freuen sich über die positive Entwicklung ihres Sports und ziehen ihren Nutzen daraus.

Maximilian Andorfer, Vereinssprecher der Straubing Spiders, sieht die Entwicklung des American Footballs in Deutschland positiv: „Seitdem die NFL im Free TV übertragen wird, hat sich da schon sehr viel entwickelt. Wir merken die aufkommende Football-Begeisterung auch sehr stark in unseren Zuwachs an Jugendspielern, interessierten Zuschauern und Gönnern des Vereins."

Der 1. American Football Club Straubings stieg in der vergangenen Spielzeit in die zweithöchste deutsche Spielklasse auf. Im letzten Saisonheimspiel waren im Spiders-Dome 1300 Zuschauer. Noch im Jahr 2009 spielten die Spiders regelmäßig vor 150 Zuschauern. „Diese Zahl ist dann immer weiter gestiegen, bis zum Höchstwert in der vergangenen Saison", sagt Andorfer.

Auch die Jugendarbeit der Spiders profitiert extrem unter dem Football-Boom. Die Spiders haben sowohl bei den Bambinis (8-14 Jährige), als auch im Jugendbereich zwischen 20 und 30 aktive Spieler und Spielerinnen. „Was unseren Verein am meisten freut, ist, dass wir jede Saison mindestens zehn Jugendspieler in die erste Mannschaft abgeben können“, sagt Andorfer.

Auch Landshut merkt den Football-Boom

Auch Patrick Schulz, Abteilungsleiter der Landshut Black Knights, sieht die Übertragung im frei empfangbaren Fernsehen als Grund für den so steil ansteigenden Bekanntheitsgrad. „Seit den Fernseh-Übertragungen gibt es schon einen brutalen Zulauf. Seit inzwischen drei Jahren merkt unser Verein deutlich, dass Football zum Trend wird. Zu Beginn war es noch schwierig, Spieler für eine Mannschaft zusammenzubekommen, doch inzwischen hat sich das komplett gewandelt.“ Der Verein aus Landshut verfügt momentan über ungefähr 100 aktive Mitglieder.

Für Schulz hat sich die Sportart auch deswegen so verbreitet, da es eine willkommene Abwechslung zum Fußball-Alltag darstellt. Football sei, unabhängig von Körperbau und Statur, für jeden etwas. „Egal ob man etwas fester ist, oder dünn, beim Football gibt es für jede Statur eine bestimmte Position. Der Sport ist sehr schön anzusehen. Langweilige Spiele gibt es nicht, da immer etwas passiert“, schwärmt er.

Für Cham geht die Entwicklung noch zu langsam

Anton Kempe von den Raiders Cham geht die Entwicklung sogar noch zu langsam. „Viele Eltern denken, Football sei ein zu riskanter Sport für ihre Kinder. Sie halten den Football für zu gefährlich. Klar gibt es gewisse Risiken, doch diese gibt es in anderen Sportarten auch“, sagt er.

Doch auch er sieht eine starke positive Veränderung in den vergangenen Jahren. „Der Sport ist deutlich präsenter in den Medien und auch die Begeisterung für den Super Bowl merkt man in der Region deutlich. Allerdings hat das natürlich nicht nur mit den TV-Übertragungen zu tun, auch die Vereinsarbeit hat sich in den letzten Jahren verbessert."

 
 

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