Maßnahmen gegen Sars-CoV-2 Bau-Crash voraus? Minus von 18 Prozent bei Aufträgen

Kommen schwierige Zeiten auf die Baubranche in der Region zu? Das Volumen der Auftragseingänge zumindest deutet darauf hin. (Symbolbild) Foto: Stefan Karl

Während die Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Sars-CoV-2 andere Wirtschaftszweige regelrecht abgewürgt haben, war bei der Baubranche im Mai noch „business as usual“ angesagt. Allerdings leeren sich vielerorts im Freistaat die Auftragsbücher – bei den Auftragseingängen verzeichnen die Firmen einen Rückgang von rund 18 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr hat laut einer Aufstellung des bayerischen Landesamts für Statistik das Bauhauptgewerbe sogar ein Umsatzplus vorgelegt. Demnach lag der baugewerbliche Umsatz im Mai 2020 um 4,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Der baugewerbliche Umsatz lag bei 1,7 Milliarden Euro, wobei in der Oberpfalz mit einem Zuwachs von 27,8 Prozent das größte Umsatzwachstum verzeichnete. In Niederbayern stagnierte nahezu und beendete den Mai mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent.

Die mittelfristige Zukunft in den Fokus genommen, ballen sich allerdings dunkle Wolken über dem Wirtschaftszweig zusammen: Die seit dem vergangenen Oktober rückläufige Entwicklung bei den Auftragseingänge im bayerischen Bauhauptgewerbe setzte sich im Mai 2020 fort. Die Auftragseingänge des Wirtschaftssektors bezifferten sich im Mai auf insgesamt 1,28 Milliarden Euro und damit um 18 Prozent niedriger als der entsprechende Gesamtwert im Mai 2019. Hier scheint die Wirtschaftskrise ihren Niederschlag in den Auftragsbüchern zu finden: Die Aufträge von Firmen brechen anscheinend weg. In der Kategorie „gewerblicher und industrieller Hochbau“ hat sichd das Volumen der Auftragseingänge quasi halbiert, die Rückgänge beim Wohnungsbau liegen bei fast zehn Prozent.

Volumen der neu eingegangenen Aufträge im Mai 2019 und 2020 im Vergleich.

Vergleich des Volumens der einegangenen Aufträge. Das Auftragsvolumen ist in tausend Euro angegeben. Grafik: idowa.

Niederbayern letzte Insel der Seligen?

Vergleichsweise gut kommt in dieser Entwicklung Ostbayern weg. Mit vier Prozent weniger Auftragsvolumen in den Auftragsbüchern fällt der Rückgang in der Oberpfalz deutlich geringer aus als im bayernweiten Durchschnitt. Die niederbayerischen Baufirmen können mitten in der sogenannten Corona-Krise sogar ein Plus im Volumen der eingegangenen Aufträge melden. Große Fehlposten sind auch in Ostbayern der gewerbliche Hochbau und der Wohnungsbau. In beiden Bezirken allerdings fangen die öffentlichen Aufträge, also die Bauprojekte in der Hand von Freistaat, Kreisen und Kommunen den Rückgang aus dem privaten Sektor auf. In Niederbayern sorgen diese Aufträge sogar für ein Plus in den Büchern.

Volumen der neu eingegangenen Aufträge im Mai 2019 und 2020 im Vergleich.

Die Prognosen darüber, wie lange die öffentliche Hand die Baubranche trotz der beträchtlichen Rückgänge noch stützen kann, gehen auseinander. Noch jedenfalls scheint die Menge der Aufträge, die von den Baufirmen entgegengenommen werden können, von Faktoren wie dem Fachkräftemangel begrenzt zu werden: „Der Mangel an Fachkräften könnte für Baufirmen in Straubing in den nächsten Jahren zu einem ernsten Problem werden“, schreibt die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit Verweis auf eine Statistik der Agentur für Arbeit. Demnach gibt es in den Bauberufen immer größere Schwierigkeiten, Personal für offene Stellen zu finden. Im vergangenen Jahr blieben in Straubing 15 Stellen in der Branche länger als 90 Tage unbesetzt. 2018 waren es 10 Stellen, ein Jahr zuvor 11.

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