Maskenpflicht in Restaurants Streitthema oder neue Normalität? Drei Wirte erzählen

Die Maskenpflicht bleibt ein Reizthema - auch im Restaurant. In Straubing ist am Wochenende ein Wirt von zwei Gästen verprügelt worden, die partout keine Maske tragen wollten. Dass Gäste tatsächlich gewalttätig werden, ist allerdings die absolute Ausnahme. (Symbolbild) Foto: Jens Büttner/dpa

Der Vorfall hat am Wochenende hohe Wellen geschlagen: Ein Straubinger Wirt ist am Samstag von zwei Gästen verprügelt worden, die partout keine Maske aufsetzen wollten. Er musste deswegen im Krankenhaus behandelt werden. Wird der Streit um das Reizthema Maskenpflicht in Wirtshäusern zunehmend rauer? Drei Wirte aus der Region berichten von ihren Erfahrungen. 

Ulrich Gütlhuber betreibt in Cham das Wirtshaus D'Wasserwirtschaft - bayerische Küche mit Biergarten, Bar und Spielplatz in Freien. Bislang hat er mit der Maskenpflicht kaum schlechte Erfahrungen gemacht. "Einmal war eine etwa 60 Jahre alte Frau da, die partout keine Maske aufsetzen wollte und deswegen eine Szene gemacht hat", erinnert sich Gütlhuber. "Die haben wir dann freundlich, aber bestimmt vor die Tür gesetzt." So handhaben es der Wirt und sein Personal generell. Bereits beim Eingang wird kontrolliert, ob die Gäste Masken tragen. Wer keine tragen möchte, wird gar nicht erst eingelassen. "Das sind aber nur sehr wenige - bestimmt weniger als ein Prozent der Gäste", schätzt Gütlhuber. 

Diskussionen? Ja. Ärger? Nein.

Auch die Familie Torretta aus Landshut hat in ihrer Pizzeria noch keine Schwierigkeiten mit der Maskenpflicht gehabt. "Es ist zwar manchmal schon Unverständnis da, aber im Großen und Ganzen halten sich die Leute daran", sagt Nico Torretta. Einige Gäste würden zwar immer mal wieder darüber diskutieren, aber schlussendlich würde doch jeder eine Maske tragen. Ohne kämen sie auch gar nicht hinein, macht der Gastwirt deutlich. Ob es deswegen schon einmal Ärger gab? "Nein", sagt Torretta lachend, und verweist auf seine Statur zur Begründung.

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Auch Tobias Maier von der Cocktailbar Heimat in Regensburg sieht die Maskenpflicht eher entspannt. "Bei uns ist das überhaupt kein Problem. Bislang hat sich kein einziger unserer Gäste darüber beschwert", sagt er auf idowa-Anfrage. Das könnte auch daran liegen, dass die Heimat momentan nur im Freien geöffnet hat. Mund-Nasen-Schutz müssen die Gäste trotzdem tragen – auf dem Weg zum Platz oder zur Toilette etwa. "Da zuckt aber niemand mit der Wimper. Maske auf und durch", berichtet Maier. 

Eine Erfahrung, die auch Dr Thomas Geppert, der Landesgeschäftsführer von Dehoga Bayern, bestätigt. Er sieht in dem Straubinger Vorfall eher einen unrühmlichen Einzelfall. Bislang sind ihm fast keine Fälle, in denen Gäste tatsächlich gewalttätig wurden, bekannt. "Im Großen und Ganzen funktioniert die Maskenpflicht recht gut", so Geppert. Gleichzeitig sind für ihn die Infektionszahlen aber mittlerweile so niedrig, dass man auch über Alternativen nachdenken könne. "Im Außenbereich wäre es in meinen Augen auch möglich, komplett auf den Mund-Nasen-Schutz zu verzichten", sagt Geppert. "Das Hygienekonzept in Bayern funktioniert so gut, das wir nun den nächsten Schritt gehen können und sollten."

Eine weitere Möglichkeit für ihn wären sogenannte Faceshields, die ähnlich wie Masken funktionieren, aber angenehmer zu tragen sind. "Ich finde die Debatte um die Maskenpflicht etwas undifferenziert. Es wird immer so getan, als gäbe es nur die Maske oder eben keine Maske", verdeutlicht Geppert. "Dabei gäbe es auch gute Zwischenlösungen, über die wir uns unterhalten könnten."

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