Mallersdorf-Pfaffenberg Neuer Ärger um die Ortsumgehung?

Von Ettersdorf bis kurz vor die B15neu - so der Trassenverlauf der Ortsumgehung Mallersdorf-Pfaffenberg nach jetzigem Planungsstand. Foto: Regierung von Niederbayern

Das Gezerre um die Ortsumgehung von Mallersdorf-Pfaffenberg könnte weitergehen. Die Regierung von Niederbayern hat diese Woche das Planfeststellungsverfahren für das Projekt eröffnet – einziges Problem: eine Mehrheit im Marktgemeinderat hatte sich zuletzt gegen den Bau nach dem aktuellen Planungsstand ausgesprochen. 21 Jahre nach der ersten Initiative für die Ortsumgehung Mallersdorf-Pfaffenberg könnte es also wieder Gegenwind für das Projekt geben. Über die endgültige Stellungnahme der Marktgemeinde im Planfeststellungsverfahren will Bürgermeister Karl Wellenhofer nun nochmal abstimmen lassen.

Vermutlich selten zuvor hatte es beim Bau einer Ortsumgehung eine derart große Bürgerbeteiligung gegeben. Zwei Bürgerentscheide waren dazu in der Vergangenheit abgehalten worden. Dabei hatten sich die Mallersdorf-Pfaffenberger jeweils mit knapper Mehrheit für das Projekt nach dem aktuellen Planungsstand ausgesprochen.

In den frühen 2000er Jahren hatte eine Mehrheit in der Bevölkerung die Ortsumgehung und damit den Lückenschluss zwischen dem Ortsteil Ettersdorf und der B15neu regelrecht herbeigesehnt. Die „Labertalachse“ sollte nicht nur Mallersdorf-Pfaffenberg besser an die überregionalen Verkehrsverbindungen anbinden, sondern auch einen Großteil des Durchgangsverkehrs aus den Ortskernen von Mallersdorf und Pfaffenberg herausziehen. Doch stabile Mehrheiten scheint das Projekt nicht mehr zu haben, vor allem nicht im Marktgemeinderat. Dort war die Unterstützung für die Ortsumgehung Mallersdorf-Pfaffenberg auf der so genannten Labertaltrasse von Wahl zu Wahl geschmolzen.

War der Antrag an Freistaat und Regierung von Niederbayern zum Bau der Ortsumgehung im Jahr 2003 noch mit 17 zu vier Stimmen beschlossen worden, stand die Umsetzung des Projekts 2009 zum ersten Mal auf der Kippe. Damals hatten die Gegner genug Unterschriften gesammelt, um einen Bürgerentscheid auf den Weg zu bringen. Der ging seinerzeit klar pro Ortsumgehung aus.

Einen zweiten Bürgerentscheid hatte im Jahr 2013 die Gemeinde selbst per Ratsbeschluss angeordnet, als sich ein weiteres Mal Widerstand gegen die Ortsumgehung formiert hatte. Damals war parallel über zwei Fragestellungen abgestimmt worden: ein Bürgerentscheid für die Ortsumgehung, einer dagegen. Wer Ja sagte musste also auch Nein sagen. Theoretisch.

 
 

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