Mallersdorf-Pfaffenberg "Eigentlich ist alles drin"

Erneut war die Bürgermeinung eingeholt und die Ortsumgehung ging ihren Weg durch die Planungsbehörden. Die meldeten am Mittwoch Vollzug: die Regierung von Niederbayern eröffnet das Planfeststellungsverfahren für das 11,8-Millionen-Euro-Projekt, hieß es in einer Pressemitteilung. Nach einem kurzen Blick in die Unterlagen zeigte sich Bürgermeister Karl Wellenhofer zufrieden: „Eigentlich ist alles drin, wofür wir uns in diesem Zusammenhang eingesetzt haben. Sowohl die drei Kreisverkehre, die wir auf der Strecke haben wollten, als auch die drei Fußgängerunterführungen“, so der Bürgermeister im Gespräch mit idowa.

So weit so gut. Wäre da nicht noch das Votum des Marktgemeinderats aus der Sitzung im Januar. Dort war zwischenzeitlich offenkundig die Stimmung gekippt. Einige Ratsmitglieder hatten argumentiert, dass der geplante Trassenverlauf die Lage im Falle eines Hochwassers im Labertal verschlechtern würde. Von einer ähnlichen Konstellation wie in Simbach am Inn war die Rede, wo es im Jahr davor zu einem verheerenden Hochwasser gekommen war.

Ratsmitglied Heinz Lanzendörfer brachte dazu eine Trassenführung weiter südlich ins Spiel, die seiner Ansicht nach von Bauamt und Regierung nicht ernsthaft geprüft worden sei. Südlich der Bahnhofssiedlung müsse die Straße verlaufen. Bürgermeister Wellenhofer hielt dagegen, die aktuelle Trassenführung sei das Ergebnis eines langen und gründlichen Prüfprozesses, bei dem auch die Variante „Südtrasse“ berücksichtigt worden sei. Die Abstimmung danach ging zehn zu neun Stimmen aus. Der Beschluss: die Marktgemeinde möge sich gegen die Ortsumfahrung nach der Variante Labertaltrasse einsetzen.

Eigentlich ist das laut Wellenhofers Einschätzung ein folgenloser Beschluss. „Wir sind nicht Bauträger der Maßnahme, demnach haben wir darüber auch nichts zu entscheiden“, sagt Wellenhofer. Richtig ist aber auch, dass die Marktgemeinde Mallersdorf-Pfaffenberg als Anrainer und betroffene Gemeinde – aller Voraussicht nach im Januar – um eine Stellungnahme gebeten wird. Diese Stellungnahmen fließen nach Möglichkeit in die endgültige Planung ein, wie die Regierung von Niederbayern bestätigt. Und dann wäre da auch noch der Klageweg, der allen beteiligten Behörden und Vereinen, theoretisch auch Privatpersonen, offen steht.

Darüber, wie die Marktgemeinde nun letztlich Stellung bezieht, sei aber das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Wir werden da auf jeden Fall nochmal abstimmen im Gemeinderat“, bestätigte er idowa gegenüber. Es bleibt also spannend um das Projekt Ortsumgehung Mallersdorf-Paffenberg – 21 Jahre, nachdem die Mallersdorf-Pfaffenberger es selbst ins Rollen gebracht hatten.

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