Mallersdorf-Pfaffenberg Immer tiefere Brunnen sind keine Perspektive


Immer mehr Wasserversorger in Deutschland behelfen sich beim Nitrat auf diese Weise. 43 Prozent der Grundwässer in Deutschland weisen nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtscahft (BDEW) bereits Nitratgehalte zwischen 25 und 50 Milligramm pro Liter auf. Wasser zur Nitratgrenzwertunterschreitung zu mischen, ist laut BDEW nur eine Notlösung. Auch der Wasserzweckverband Mallersdorf sieht im Bohren weiterer, immer tieferer Brunnen keine Perspektive. „Grundwasserschutz geht alle an“, macht daher Bürgermeister Karl Wellenhofer, Vorsitzender des Wasserzweckverbands, immer wieder deutlich. Das sieht auch Werkleiter Sigl so. Ihm ist es ein Anliegen, dass Menschen ihr sauberes Trinkwasser besser schätzen und schützen.

Vom Rasendünger bis zum Schneckenkorn

Mit Vertretern der Landwirtschaft habe es dazu bereits wiederholt Gespräche gegeben, doch müssten nicht nur sie umdenken: „Viele Menschen machen sich nicht klar: Alles, was ich in meinen Garten ausstreue oder ausgieße, landet früher oder später im Grundwasser.“ Die Palette reiche dabei vom Rasendünger über Unkrautvernichter bis zum Schneckenkorn.

Um Grundwasser weiter als Trinkwasser nutzen zu können, wird jetzt die Aufbereitungsanlage samt Anschlussleitung gebaut. Zusammen mit dem bereits gebohrten neuen Brunnen IV muss der Zweckverband dafür 4,2 Millionen Euro aufbringen.

Die Kosten werden auf die Abnehmer umgelegt – in welcher Höhe, das hat der Zweckverband nicht selbst festgelegt, sondern ein externes Büro damit beauftragt. Das hat die 97 Cent pro Kubikmeter Wasser errechnet. Die Kalkulation ist auf drei Jahre ausgelegt. Wenn alles nach Plan läuft, kann die Wasseraufbereitungsanlage nächstes Jahr gebaut werden, und zwar direkt an den Gebäudekomplex des Zweckverbands in Ettersdorf.

 

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