Mainkofen/Deggendorf Neuro-Fusion: Auswirkungen für Patienten und Personal

Das Bezirksklinikum Mainkofen will im Bereich Neurologie in Zukunft stärker mit dem DONAUISAR Klinikum in Deggendorf kooperieren (Archivbild). Foto: Armin Weigel dpa/lby

Zusammenarbeit statt Konkurrenz - das ist das erklärte Ziel des Bezirksklinikums Mainkofen und des DONAUISAR Klinikums in Deggendorf. Die beiden Kliniken verhandeln seit mehreren Monaten über eine engere Kooperation im Bereich der Neurologie. Synergieeffekte und eine bessere Versorgung der Patienten sollen dadurch erreicht werden. Aber was bedeutet diese Zusammenarbeit konkret für Patienten und das Klinikpersonal?

Eine mögliche Kooperation zwischen den beiden Kliniken steht schon länger im Raum. Da es bisher allerdings wenig konkrete Informationen gab, machten Gerüchte die Runde. Unter anderem von einem kompletten Verkauf des Bezirksklinikums Mainkofen an das DONAUISAR Klinikum war die Rede. In einem anonymen Schreiben an die Redaktion wurde behauptet, eine Fusion ginge bewusst auf Kosten des Personals.

Diesen Gerüchten widerspricht Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinricht. Die Zusammenarbeit beziehe sich allein auf die neurologischen Abteilungen der beiden Kliniken. Die Psychatrie in Mainkofen zum Beispiel sei nicht betroffen, betont Heinrich und erläutert die Hintergründe für die geplante Zusammenarbeit. Die Initiative für das Projekt sei ursprünglich vom Bayerischen Gesundsheitsministerium ausgegangen. Dieses will in Bayern neurologische Zentren fördern, um langfristig die Behandlung der Bevölkerung zu verbessern. Aus diesem Grund wäre es unsinnig, wenn Mainkofen und Deggendorf, zwei kommunal betriebene Kliniken in der selben Region, sich gegenseitig Konkurrenz machen würden. Bereits jetzt gebe es zwischen dem Bezirksklinikum Mainkofen an dem DONAUISAR Klinikum in Deggendorf einen laufenden Kooperationsvertrag. Dieser entstand im Zusammenhang mit der aktuellen Renovierung und Erweiterung des Klinikums Mainkofen für 150 Millionen Euro. "Das war eine Bedingung der Staatsregierung, um das Projekt zu finanzieren", erklärt Heinrich. "Das ganze ist also nichts neues."

Auch rechtliche Vorgaben spielten eine Rolle, wie Christian Bernreiter, Landrat und stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender des DONAUISAR Klinikums, bestätigt. Im Deggendorfer Klinikum etwa gebe es eine Neurochirugie, an die in Zukunft aber wegen rechtlicher Vorgaben eine neurologische Abteilung angeschlossen werden müsste. In Mainkofen gibt es eine solche, aber keine Neurochirugie. Es würden also ohne Kooperation in Zukunft große Aufwandskosten geben. "Wir brauchen uns gegenseitig", bringt Bernreiter es auf den Punkt.

Verbesserte Versorgung der Patienten

In der Praxis würde eine engere Kooperation also bedeuten, dass die beiden Kliniken sich auf ihre jeweiligen Stärken konzentrieren  und Zuständigkeiten abgesprochen werden anstatt  in den gleichen Bereichen der Neurologie zu konkurieren. Ein Patient würde dann - je nach Krankheitsbild - in derjenigen Klinik behandelt werden, in der es die bestmöglichste Versorgung in einem bestimmten Bereich gibt. Konkret würde das zum Beispiel bedeuten, dass ein Patient, der am Gehirn operiert werden muss, dann direkt in die Neurochirugie am DONAUISAR Klinikum überwiesen wird.

Konkret verhandelt wird seit einem Beschluss des Bezirksausschusses im April. Zur Diskussion stehen dabei verschiedene Kooperationsmodelle, unter anderem könnten der Bezirk Niederbayern und das DONAUISAR Klinikum ein gemeinsames Krankenhausunternehmen gründen, in das die jeweiligen Fachbereiche der Neurologie eingebracht werden. Alternativ könnte sich der Bezirk auch am Kommunalunternehmen DONAUISAR Klinikum beteiligen und dann die Mainkofener Neurologie-Abteilung einbringen. Diese Lösung unter dem Dach des DONAUISAR Klinikums würde Bernreiter bevorzugen. Eine entgültige Entscheidung gibt's es allerdings noch nicht, die Verhandlungen seien von einem Abschluss noch weit entfernt, sagt Bernreiter.

Keine Einschnitte beim Personal

Für das Personal der beiden Kliniken soll sich aber möglichst wenig ändern. Heinrich erwartet, dass die Mitarbeiter durch die geplante Kooperation wahrscheinlich zum Teil leicht veränderte Aufgaben bekommen. Er stellt jedoch gleichzeitig klar, dass der Bezirk den Standort Standort Mainkofen und alle Mitarbeiter halten will. Er wisse, dass das Klinikum ohne die gut ausgebildeten Mitarbeiter, von denen einige schon 20 oder 30 Jahre dort arbeiten, nicht laufen könnte. "Die Bezahlung bleibt gleich, selbst wenn es ein neues Unternehmen geben sollte", sichert Heinrich zu. Alle Mitarbeiter würden wie bisher im Tarifvertrag bleiben. Der Bezirkstagspräsident betont außerdem, er wolle die Mitarbeiter auf dem Laufenden halten, um Verunsicherungen zu vermeiden. Die Personalvertreter werden bereits jetzt jeden Monat über den Stand der Verhandlungen informiert. Auch Bernreiter betont, dass es zwar örtlich einige Verschiebungen geben könnte, das Pflege- und Klinikpersonal aber weiter im Öffentlichen Dienst angestellt bleibe. 

 

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