Video-Tagebuch (3) Helfer in Corona-Zeiten: Leonhard Seibold von der FüGK

Auch die Corona-Teststation wird von die FüGK betrieben. Screenshot: LZ

Sie sind die Helden der derzeitigen Krise: Pfleger, Ärzte, Sanitäter, aber auch Lehrer, Supermarktangestellte oder Busfahrer. Wir geben diesen Berufsgruppen bei ihrer Arbeit eine Video-Kamera in die Hand, damit sie für uns ihren Alltag während Corona festhalten.

Masken, Schutzanzüge, Handschuhe, Desinfektionsmittel - das alles war zu Beginn der Corona-Krise in vielen Einrichtungen und Arztpraxen Mangelware und so war die Beschaffung der Materialien auch eine der ersten Aufgaben für die FüGK. Aber auch die Errichtung und der Betrieb der Corona-Teststation - erst an der Grieserwiese, später an der Sparkassen-Arena - fiel in den Aufgabenbereich der Ehrenamtlichen.

Letzter Einsatz der FüGK war das Hochwasser 2013

Die FüGK setzt sich aus knapp 30 Mitarbeitern der Stadt Landshut zusammen, die sich zuvor freiwillig dafür gemeldet haben. Vom Büroangestellten bis hin zum Gärtner sind die verschiedensten Berufsgruppen der Stadt vertreten. Nach einer Woche Lehrgang und der Zuteilung in einen festen Aufgabenbereich ist man Teil der FüGK, die im Katastrophenfall alarmiert wird.

Der letzte Einsatz vor der Pandemie war beim Hochwasser 2013. Daran sieht man, dass die Einsätze für die FüGK in der Regel immer nur wenige Tage angehalten hatten. "So eine Situation wie jetzt hat es noch nie gegeben", sagt Seibold, der in der FüGK der "Koordinator der Lage" ist.

Der oberste Chef der FüGK ist Oberbürgermeister Alexander Putz. Und der sei bisher bei so gut wie jeder Lagebesprechung dabei gewesen, erzählt Seibold. Jede Lagebesprechung, das hieß zu Beginn der Corona-Lage: täglicher Austausch gemeinsam mit Fachberatern von Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr, BRK und Gesundheitsdienst. Seit kurzem finden die Besprechungen nur noch zweimal wöchentlich statt.

"Feierabend hat es nie gegeben"

Täglich muss die FüGK außerdem neuste Zahlen und Fakten an die Regierung von Niederbayern weitergeben und deren Rückfragen beantworten.

Von sieben bis teilweise 22 Uhr dauerte so ein Arbeitstag von Leonhard Seibold (54) zu Beginn der Pandemie: "Man war von früh bis spät in der Arbeit. Feierabend hat es nie gegeben." Trotzdem sei es für den Landshuter eine spannende Zeit gewesen, sagt er. Vor allem der Zusammenhalt in der Krise habe ihn beeindruckt: "Jeder hat mit angepackt und sein Bestes geleistet."

Was ihn aber stutzig macht, ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen sich über die ergriffenen Corona-Maßnahmen beschweren.

Hätte es diese Maßnahmen nicht gegeben und mehrere Menschen wären verstorben sowie die Krankenhäuser überfüllt gewesen, so ist sich Seibold sicher, hätten sie sich dann darüber beschwert, wieso man nicht mehr oder früher etwas getan habe. "Warum kann man jetzt nicht einfach einen Mundschutz tragen?", fragt sich der Fachbereichsleitung Zivil- und Katastrophenschutz: "Die Zeit geht ja schließlich auch vorüber."

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