Es waren nicht nur Verschwörungstheoretiker, die im letzten Jahr Zweifel hatten, ob nicht eine unheilige Allianz von Politikern, Virologen und Medien ihre Welt manipulieren wollte. Viele aus der Mitte der Gesellschaft hatten plötzlich ein Misstrauen, ob die Corona-Welt, in der sie auf einmal aufwachten, tatsächlich so wäre, wie Politik das kommunizierte, Virologen das vorgaben und Medien das bestätigten. Viel zu nahe seien die Medien jetzt an der Exekutive, das war die Klage so mancher, die den Eindruck hatten, dass überstark durchregiert würde und die Medien den notwendigen kritischen Abstand zur Politik aufgegeben hätten.

Der Politikwissenschaftler Michael Schröder von der Politischen Akademie in Tutzing ist in einer sorgfältigen Recherche der Frage nachgegangen, ob die Medien tatsächlich versagt haben - und er kommt zu einem äußerst differenzierten Meinungsbild.