Wochenlang ist Hubert Aiwanger durch die Lande getourt. Er ist das Gesicht der Freien Wähler, die unangefochtene Nummer eins seiner Partei, Landes- und Bundesvorsitzender. Nachdem seine Partei nun in drei Landesparlamenten vertreten ist, hat er Blut geleckt. Nach Berlin will er, in den Bundestag. Ob es ihm gelingt, seine Popularität, die er in Bayern hat, auf Bundesebene auszuweiten, darf bezweifelt werden. Die Prognosen verheißen nichts Gutes. Die Freien Wähler betonen stets, dass nur sie die bürgernahe Politik "von unten" her betreiben. Sie wollen der Anwalt der Kommunen sein - und bei dieser Klientel sollten sie es auch belassen. Einen Gefallen tut sich Hubert Aiwanger selbst und seiner Partei nicht, indem er zur Bundestagswahl antritt.

Wirft man einen Blick auf die Umfragen, scheint der Traum vom Einzug der Freien Wähler in den Bundestag zu platzen. In bundesweiten Erhebungen dümpelt die Partei bei rund drei Prozent. Und selbst im für die Freien Wähler stärksten Bundesland, Bayern, klettert der orange Balken kaum nach oben - im Schnitt ist bei sechs Prozent Schluss.