Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts. Was Ludwig Erhard, der "Vater der sozialen Marktwirtschaft", vor Jahrzehnten so prägnant formulierte, gilt auch heute noch. Man muss allerdings ergänzen: Ohne den Staat schafft es auch die Wirtschaft nicht alleine. In Krisenzeiten gilt dies umso mehr. Wenn es gut läuft, gilt das Motto der Wirtschaftsliberalen, wonach der Markt alles selber regle.

Aber auch der Markt ist nicht vom Himmel gefallen, sondern er und seine Regeln sind von Menschen gemacht - schließlich soll der Markt dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. Wenn also der Markt dem Menschen schadet, müssen die Regeln geändert werden. Dabei geht es nicht um einen Wechsel des Systems, sondern darum, es zu erhalten. Das hat sich bei der Finanzkrise 2008/2009 genauso bewährt wie 2020 während der Corona-Pandemie.