Leere Briefkästen? Auch in Niederbayern und der Oberpfalz streikt die Post

, aktualisiert am 12.09.2020 - 16:52 Uhr
Ein Schild der Gewerkschaft Verdi mit der Aufschrift "Heute Streik" steht vor einer Deutsche-Post-DHL-Niederlassung. Foto: Moritz Frankenberg/dpa/dpa

Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Post haben Beschäftigte auch am Samstag an vielen Orten die Arbeit niedergelegt. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi legten bis zum Nachmittag rund 4.900 Post-Mitarbeiter an verschiedenen Standorten in 14 Bundesländern die Arbeit nieder. Auch in Niederbayern und der Oberpfalz sind Niederlassungen und Zustellstützpunkte der Post betroffen.

Nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt habe es keine Warnstreiks gegeben, sagte ein Verdi-Sprecher in Berlin der dpa. Damit haben sich laut Gewerkschaft in den vergangenen Tagen bislang insgesamt mehr als 11.000 Beschäftigte an über 300 Standorten im gesamten Bundesgebiet an den Warnstreikmaßnahmen beteiligt.

Ein Sprecher der Deutschen Post hatte am Vormittag von "punktuellen Warnstreiks" gesprochen, an denen sich bundesweit rund 2.200 Beschäftigte beteiligt hätten. Aktuell seien etwa 160.000 Pakete und rund 1,6 Millionen Briefe betroffen. Das entspreche zwei beziehungsweise drei Prozent der Tagesmenge. "In den stärker durch die Warnstreiks betroffenen Regionen werden die verzögerten Sendungen in den Folgetagen zugestellt", sagte der Sprecher.

Die Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis sprach von einem "deutlichen Zeichen unserer Mitglieder in Richtung Arbeitgeber" und sagte laut Mitteilung: "Eine 1,5-prozentige Erhöhung der Entgelte, wie zuletzt vom Arbeitgeber angedeutet, findet bei unseren Mitgliedern keinerlei Akzeptanz. Sie sorgen Tag für Tag für hervorragende Unternehmenszahlen und machen nun klar, dass sie im Gegenzug eine ordentliche Lohnerhöhung verdient haben."

Warnstreiks auch im Raum Straubing 

In Bayern hatte Verdi ebenfalls am Samstag zu weiteren Streiks aufgerufen. Betroffen war dabei auch die Niederlassung in Straubing. Daneben wurden auch viele Zustellstützpunkte in Niederbayern und der Oberpfalz bestreikt.

Im Bereich Regensburg waren das Bad Abbach, Burglengenfeld, Furth im Wald, Kelheim, Neustadt, Nittendorf, Roding, Pentling, Nittenau und Regensburg selbst. Im Bereich Straubing traf es vor allem Deggendorf, Kirchham, Landau an der Isar, Patersdorf, Passau, Straubing 3 und 5, Viechtach und Vilshofen.

Mehr Gehalt für Postmitarbeiter gefordert

Die Gewerkschaft Verdi fordert in der Auseinandersetzung 5,5 Prozent mehr Geld für 140.000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit guten Geschäften dank des Paketbooms im Online-Handel. Die Post hält so eine Tariferhöhung für zu hoch, sie verweist auf Einbußen bei der Werbepost und auf die insgesamt schwächelnde Konjunktur wegen Corona.

Zuletzt sah es trotz der Pandemie aber gut aus für den Bonner Konzern: Im zweiten Quartal 2020 kletterte sein Umsatz mit Briefen und Paketen in Deutschland um sieben Prozent auf 3,63 Milliarden Euro. Am 21. September wollen die Arbeitgeber und die Arbeitnehmervertreter ihre Verhandlungen fortsetzen.

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