Ein Held zu sein, ist einfach - mit einer Stammzellenspende zum Beispiel. Selina Roos (23) aus Regensburg hat sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen und mittlerweile einer Patientin geholfen. Für die Jugendredaktion Freistunde schreibt sie hier ihre Erfahrung auf.

Der Slogan der DKMS dürfte allen bekannt sein: "Stäbchen rein, Spender sein." Das klingt sehr nett und unglaublich simpel. Und für die meisten potenziellen Spender stimmt der Spruch auch. Denn nur fünf Prozent der neu registrierten Spendewilligen werden im Laufe der nächsten zehn Jahre zur Spende aufgerufen, schreibt die DKMS auf ihrer Webseite. Natürlich steckt noch viel mehr dahinter, wenn es wirklich ernst wird - das habe ich vor ein paar Monaten selbst erfahren.

Ich wurde etwa ein halbes Jahr nach meiner Registrierung im Dezember 2018 kontaktiert. Die Wahrscheinlichkeit für eine Spendenanfrage innerhalb eines Jahres liegt laut der DKMS sogar bei nur einem Prozent. Überraschend kam das für mich auf jeden Fall - meine neue Adresse hatte ich auch noch nicht mitgeteilt und daher landete das an mich adressierte Paket auch erst einmal bei meinen Eltern in der Heimat. Beim nächsten Versuch fand es dann doch den Weg zu mir.

Das Päckchen enthielt ein Blutentnahmeset mitsamt Umschlägen für den Rückversand. Denn bei dem "Wattestäbchen-Test", also der Registrierung, werden nur die sogenannten Gewebemerkmale untersucht, die ausschlaggebend für die Typisierung sind. Blutwerte werden nicht getestet. Um diese erste Typisierung zu bestätigen und die benötigten Blutwerte zu ermitteln, bekommt man als potenziell passender Kandidat deshalb dieses Paket zugesendet.

Ich wollte direkt helfen

Als ich dieses Päckchen in den Händen hielt, stand erst einmal ein Telefonat mit einer Mitarbeiterin der DKMS an, die mich zunächst fragte, ob ich mir eine Spende vorstellen könne. Zu Beginn ist noch nicht klar, ob man als Spender wirklich so gut passt und wer überhaupt die erkrankte Person ist, für die gespendet werden soll. Darum soll es aber auch nicht gehen. Bei diesem Gespräch wird der potenzielle Spender selbst erst einmal über das Konzept Stammzellspende informiert. Denn wahrscheinlich wissen die wenigsten genau, was nach dem "Stäbchen rein" noch alles so passiert - mich eingeschlossen. Sicher kann man sich diese Entscheidung für oder gegen eine Spende auch noch einmal durch den Kopf gehen lassen, wenn man sie nicht gleich treffen möchte. Für mich stand aber direkt fest: Ich will helfen.

Als potenzielle Spenderin hatte ich einen sehr positiven Eindruck. Nicht nur von diesem ersten Telefonat, sondern auch von allen darauffolgenden Kontakten mit der DKMS.