Laut aktueller Studie Einstellung zur Zuwanderung in Deutschland positiver

Teile Deutschlands werden wegen des demografischen Wandels in Zukunft immer mehr auf Zuwanderung angewiesen sein, um seinen Fachkräftebedarf zu decken. (Archivbild). Foto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Die Skepsis gegenüber Migration sinkt in der Bevölkerung. Positive Effekte rücken laut Bertelsmann Stiftung nach vorn. Corona spielt eine Rolle. Die Analyse zeigt aber auch Sorgen, Vorbehalte und Ablehnung.

Die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber Zuwanderung sinkt einer Studie zufolge, die Chancen von Migration rücken stärker in den Fokus. Zugleich haben Sorgen vor negativen Folgen von Zuwanderung weiter abgenommen, auch wenn diese noch immer bei einer Mehrheit bestehen. Dies ergab eine Befragung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zur Willkommenskultur in Deutschland. Sie fördert auch eine klar gestiegene Bereitschaft zur Aufnahme Geflüchteter zutage.

Kantar Emnid hatte im November 2021 gut 2000 Personen ab 14 Jahren repräsentativ befragt. Die Ergebnisse machten deutlich: "Es bewegt sich was", wie es in der am Mittwoch veröffentlichten Analyse aus Gütersloh hieß. Kritische Betrachtungen und Ablehnung seien aber weiter "präsent und spürbar".

48 Prozent Mehreinnahmen für den Rententopf

Auf der Chancenseite meinen mit Blick auf die Wirtschaft 68 Prozent der Befragten, Zuwanderung bringe Vorteile für die Ansiedlung internationaler Firmen, und 55 Prozent, sie helfe gegen Fachkräftemangel. Knapp zwei Drittel erwarten eine geringere Überalterung der Gesellschaft dank Migration, 48 Prozent Mehreinnahmen für den Rententopf. Alle Werte fallen höher aus als Befragungen zuvor 2017 und 2019. Fast jeder Zweite (48 Prozent) gibt an, man solle aus humanitären Gründen mehr Schutzsuchende aufnehmen - im Vergleich zu 37 Prozent 2019 und 2017.

Nach wie vor gibt es in weiten Teilen der Bevölkerung Befürchtungen, sie sind aber gesunken. So gehen noch rund zwei Drittel von Belastungen für den Sozialstaat aus und erwarten ferner Konflikte zwischen Eingewanderten und Einheimischen. 56 Prozent rechnen mit Problemen in den Schulen. Wohnungsnot in Ballungsräumen macht 59 Prozent Sorgen - in diesem Fall unverändert zu 2019.

Die Untersuchung macht hinter dem insgesamt positiveren Blick auf Zuwanderung auch einen Corona-Faktor aus: Vielen sei bewusst geworden, dass das Land für das Funktionieren von Bereichen der kritischen Infrastruktur wie Pflege, Landwirtschaft oder bestimmten Dienstleistungen auf Zugewanderte angewiesen sei.

Laut Studie gibt es Unterschiede in den Haltungen nach Alter, nach Bildungsstand sowie teilweise "auffällige Abweichungen" zwischen Ost- und Westdeutschland. Zudem liege es nahe, dass Frauen sensibler für Benachteiligungen seien und eher neue Antidiskriminierungsgesetze befürworteten als Männer.

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