Landshuter SPD-Frauen im Interview "Es wurden schwere Fehler gemacht"

Die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Patricia Steinberger (links) und ihre Stellvertreterin sparen nicht mit heftiger Kritik an der Parteispitze. Zugleich nehmen sie aber auch die Grünen aufs Korn: "Das ist unseriös." Foto: bb

Seit Jahren befindet sich die SPD im freien Fall. Bei den Europawahlen kam die einstige Volkspartei auf gerade mal 15,8 Prozent, weit abgeschlagen hinter Union und Grünen.

In aktuellen Umfragen geht der Absturz unvermindert weiter, während die Parteiführung mal wieder mit Personalfragen beschäftigt ist und zuletzt die Parteivorsitzende Andrea Nahles nach gerade einmal 14 Monaten Amtszeit das Handtuch geworfen hat. Was sagt eigentlich die Basis zu dem Treiben in Berlin ? Die LZ hat mit der Landshuter Stadtverbandsvorsitzenden Patricia Steinberger und ihrer Stellvertreterin Anja König darüber gesprochen, ob die SPD überhaupt noch eine Zukunft hat.

Frau Steinberger, Frau König, ketzerisch gefragt: Ist die SPD noch zu retten?

Anja König: Diese Frage beantworte ich mit einem eindeutigen Ja. Die Menschen - übrigens nicht nur in Deutschland - brauchen eine starke Sozialdemokratie. Aber unbestritten wurden seit der Zeit von Gerhard Schröder als Bundeskanzler schwere Fehler gemacht.

Sie sprechen die Agenda 2010 an, mit der Teile der SPD heute noch stark hadern.

König: Die Agenda 2010 hatte damals ihre Berechtigung. Aber seitdem hat sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland ganz massiv verbessert, ohne dass die SPD - abgesehen von kleineren sozialen Korrekturen - darauf reagiert hätte. Die Reform des Sozialstaats, eine Bürgerversicherung, die Pflege - es wurde nichts mehr mutig angepackt. Es gab keine Visionen mehr. Oder sagen wir es anders: Die sozialdemokratische Erzählung hat völlig gefehlt. Die SPD muss sich in erster Linie thematisch neu aufstellen. Einfach nur die Vorsitzenden wie Martin Schulz oder Andrea Nahles abzusägen, das reicht bei weitem nicht.

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