Der Vater wurde freigesprochen.

Am Ende galt es nur mehr einen Verstoß gegen das Waffengesetz abzuurteilen. Der Tatnachweis, dass Frank R. seinen Babys mehr als ein halbes Jahr lang wissentlich THC-haltige Präparate verabreicht hat, konnte vor der sechsten Strafkammer des Landgerichts nicht erbracht werden. Und so beantragte selbst die Staatsanwaltschaft nach der zweitägigen Beweisaufnahme am Mittwoch einen Teilfreispruch für den 61-jährigen Immobilien-Kaufmann. Die Kammer unter Vorsitzendem Richter Ralph Reiter kam dem Antrag nach. Für den unerlaubten Besitz diverser Waffenteile, Munition sowie Treibladungspulver, für den die Staatsanwaltschaft eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten beantragt hatte, verurteilte sie den passionierten Sportschützen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr.

"Das Verfahren hat sich für den Angeklagten in Wohlgefallen aufgelöst", sagte Richter Reiter in der Urteilsbegründung. Dabei waren zu Beginn massive Vorwürfe im Raum gestanden. Wie berichtet, hatte die Staatsanwaltschaft Frank R. ursprünglich zur Last gelegt, spätestens im September 2014 damit begonnen zu haben, seinen damals drei Monate alten Zwillingen über die Milchnahrung Cannabidiol (CBD)- beziehungsweise Hanföl-Zubereitungen zu verabreichen. Laut Anklage wusste der 61-Jährige oder nahm es jedenfalls billigend in Kauf, dass beide Zubereitungen den Wirkstoff THC in Konzentrationen von etwa 0,07 bis 0,43 Prozent enthielten. Für die Staatsanwaltschaft sei, zu Beginn der Ermittlungen klar gewesen, dass es zu einer mehrjährigen Haftstrafe kommen würde, so Verteidiger Peter Guttmann. Dementsprechend sei sie "mit ungewöhnlicher Härte" vorgegangen, was sich unter anderem daran gezeigt habe, dass sein Mandant sechs Monate in Untersuchungshaft verbracht habe und erst durch einen Beschluss durch das Oberlandesgericht wieder auf freien Fuß gekommen sei.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 23. November 2017.