Landshut und Passauer Ermittler Schlag gegen internationalen Schleuserring

Bei den Wohnungsdurchsuchungen wurden drei mutmaßliche Schleuser festgenommen und auch größere Mengen Drogen sichergestellt. Foto: Bundespolizei

Die Einsatzkräfte schlugen am Dienstag zeitgleich in mehreren Bundesländern zu: Bei einer deutschlandweit angelegten Razzia sprengten die Ermittler einen international agierenden Schleuserring. Federführend waren die Bundespolizei Passau und die Staatsanwaltschaft Landshut.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Polizeikontrolle im Mai 2022 in Bayern. Die Täter flohen in ihrem vollbesetzten VW-Transporter und rammten bei der anschließenden Verfolgungsfahrt mehrmals ein Polizeifahrzeug. Schließlich konnten sie festgenommen werden.

Die folgenden länderübergreifenden Ermittlungen mit österreichischen, belgischen und tschechischen Behörden wurden bei der Staatsanwaltschaft Landshut - Abteilung für organisierte Kriminalität - koordiniert. Das Verfahren wegen Verdachts auf gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern führte laut Ermittlern letztlich zu der Razzia vom Dienstag. Betroffen von der konzertierten Aktion waren Zielobjekte in den Bundesländern Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Mehrmals geflüchtet und Unfälle verursacht

Bei der Durchsuchung dreier Wohnungen wurden drei Haftbefehle vollstreckt und erhebliches Beweismaterial sichergestellt. Zudem wurden auch größere Mengen an Drogen aufgefunden. Unter anderem konnten laut Pressemitteilung 1,4 Kilogramm Marihuana, 400 Gramm Haschisch und 155 Gramm Kokain sichergestellt werden. In einer Wohnung wurde ein algerischer Staatsangehöriger angetroffen, der sich illegal im Bundesgebiet aufgehalten hat.

Den festgenommenen Syrern wird vorgeworfen, gemeinsam seit April 2022 mehrere Einschleusungen auf der sogenannten Balkanroute von Österreich nach Deutschland, Belgien und den Niederlanden organisiert und durchgeführt zu haben. In mehreren Fällen versuchten die Schleuser, den Polizeikontrollen zu entkommen. Dabei verursachten sie schwere Verkehrsunfälle, bei denen die Geschleusten verletzt oder erheblich gefährdet wurden.

Die mutmaßlichen Schleuser wurden nach den Richtervorführungen zunächst in Justizvollzugsanstalten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gebracht.

Insgesamt waren bei den Durchsuchungsmaßnahmen 135 Polizeibeamte der Bundespolizei Passau, München, Sankt Augustin, Hünfeld, Köln, Rostock, Lübeck und Ratzeburg im Einsatz. Zudem wurde eine zur Überwachung der Aktion aus der Luft eingesetzt.

 
 
 

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