Landshut Jungen missbraucht: Bewährungsstrafe für "Geigenmann"

Das Urteil sorgte bei den anwesenden Eltern im Gerichtssaal für ungläubige Blicke (Symbolbild). Foto: imago/Science Photo Library

Es geschah am helllichten Tag. An Fleisch- und Käsetheke herrschte reger Betrieb. Auch die Obstabteilung war gut besucht - schließlich stand das Wochenende vor der Tür. Die eigenen Kinder von Mustafa S. fischten sich gerade Eis aus der Kühlung. Im Supermarkt war zufällig auch Noah G. und sein Freund. Während der Freund von Noah G. ( Name von der Redaktion geändert ) nach Batterien suchte, verging sich Mustafa S. im Getränkelager an Noah G.

Der 47-jährige Iraker, der unmittelbar nach der Tat nach Italien geflohen war, wurde am Mittwoch von der Jugendkammer des Landgerichts wegen sexuellen Missbrauch von Kindern zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Dass diese zur Bewährung ausgesetzt wurde, sorgte nicht nur bei den anwesenden Eltern für ungläubige Mienen.

Die durch Staatsanwalt Gerald Siegl vertretene Anklage hatte Mustafa S. ursprünglich sexuellen Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit sexueller Nötigung zur Last gelegt. Bei den Kindern und Jugendlichen der kleinen Gemeinde nordöstlich von Simbach war Mustafa S. als "der Geigenmann" bekannt. Der 47-Jährige, der vor Gericht angab, stets mit seiner Musik seinen Lebensunterhalt bestritten zu haben, war nie ohne Geige unterwegs.

Mustafa S. räumte zu Prozessbeginn den angeklagten Sachverhalt vollumfänglich ein, wonach er den Jungen an der Hand packte und ihn in ein an den Verkaufsbereich angrenzendes Getränkelager zog. Dort stellte er sich hinter den Jungen, hielt ihn an der Schulter fest, zog dessen Hose nach unten und rieb sein nicht erigiertes Glied am Gesäß des Jungen. Laut Anklage ließ er nach etwa zwei Minuten von dem Elfjährigen ab.

Er wisse nicht, was damals über ihn gekommen sei, sagte S. gestern, und entschuldigte sich bei der Mutter von Noah G. Diese konnte mit der Entschuldigung allerdings nichts anfangen: "Der Vorfall wird meinen Jungen sein Leben lang verfolgen", sagte die 40-Jährige. Noah habe seit dem Tag Probleme, einzuschlafen, und schlafe wieder bei ihr. Auch seine epileptischen Anfälle, die man mittels Medikamente zuletzt gut im Griff gehabt habe, hätten sich nach der Tat wieder gehäuft. Aufgrund des Geständnisses von Mustafa S. blieb dem heute 13-Jährigen eine Aussage vor Gericht erspart.

Den vollständigen Artikel lesen Sie auf idowa+ oder in Ihrer Tageszeitung vom 22. Juni 2018.

 
 

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