Landshut Gerichtsurteil nach filmreifer Verfolgungsjagd

Der Angeklagte wollte einer Verkehrskontrolle entgehen und bretterte auf der Flucht vor der Polizei mit 100 Stundenkilometern durch Ortschaften. Foto: Ina Fassbender/dpa

Obdachlos. Ohne Arbeit. Das Verhältnis zur Familie zerrüttet. Aber am Lenkrad konnte Tom T.* (Name von der Redaktion geändert) alle Probleme vergessen. "Autofahren ist Freiheit", sagt der 20-jährige Landshuter. Und die wollte er sich am 15. Januar offensichtlich auch von der Polizei nicht nehmen lassen: Als eine Streife Tom T. kurz vor Mitternacht zwischen Postau und Weng einer Verkehrskontrolle unterziehen wollte, gab er trotz kreischender Mitfahrerinnen Gas.

Das Schöffengericht des Amtsgerichts sah es am Dienestag nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass T. sich während der folgenden, rund 20-minütigen Verfolgungsjagd mit der Polizei zwei Fälle der fahrlässigen Körperverletzung zuschulden hat kommen lassen. Zudem war das Fahrzeug nicht zugelassen und das entstempelte Kennzeichen mit schwarzer Farbe besprüht gewesen. Das Schöffengericht war aber auch zu der Überzeugung gelangt, dass T. nach etlichen Verstößen gegen das Gesetz nun "kapiert hat, was die Stunde geschlagen hat", wie es Verteidiger Ludwig Lang formulierte: Die Tatsache, dass es der 20-Jährige trotz aller Probleme geschafft hat, einen Ausbildungsplatz zu bekommen und diesen auch zu halten, wurde mit einer Jugendstrafe von acht Monaten honoriert, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem wurden dem jungen Mann keine Auflagen gemacht.

Auf "schlechte Erfahrungen mit der Polizei" führte T. es vor Gericht zurück, dass er sich am 15. Januar der Kontrolle entziehen wollte. Laut Anklage bretterte der damals 19-Jährige auf der Flucht vor der Polizei mit 100 Stundenkilometern durch Ortschaften, jagte außerorts den VW auf 120 Stundenkilometer hoch und fuhr im Zick-Zack-Kurs über unbefestigte Feldwege. Als er erneut auf die Staatsstraße einbiegen wollte, landete er (...)

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