Der dringendste Wunsch der meisten Flüchtlinge ist es, eine Arbeit zu finden. Sie möchten ihren eigenen Lebensunterhalt verdienen, aber auch ihre Familien in der Heimat unterstützen, und in der Wartezeit, bis ihr Asylantrag bearbeitet ist, etwas Sinnvolles tun. Allerdings spielt bei der Integration in den Arbeitsmarkt zunehmend die Nationalität eine entscheidende Rolle.

Jamal Sabbagh floh 2014 vor dem Krieg aus Aleppo. Vor einem halben Jahr hat der Syrer, dessen Asylantrag positiv beschieden wurde, eine Lehre beim Landshuter Goldschmied Thomas Kortmann angetreten. „Ich habe hier schon sehr viel gelernt“, freut sich Jamal Sabbagh, seinen Beruf und sein Hobby endlich wieder ausüben zu können. Dafür nimmt der 32-Jährige gerne die Hürde auf sich, in seinem Alter nochmals die (Berufs-)Schulbank zu drücken.

„Bis jetzt bin ich sehr zufrieden; vor allem sein ausgeprägter Lernwille hat mich überzeugt“, lautet die Bilanz des Goldschmieds nach einem halben Jahr. Wie es nach der Ausbildung mit Jamal Sabbagh weitergeht, kann Thomas Kortmann noch nicht sagen. Der Syrer würde natürlich am liebsten weiter in seinem Beruf arbeiten.

Jamal Sabbaghs Heimat Syrien gehört wie momentan auch der Irak, Iran, Eritrea und Somalia zu den nicht sicheren Herkunftsländern. Flüchtlinge aus diesen Staaten haben eine Anerkennungsquote von mindestens 50 Prozent. Damit stehen ihnen die Türen zur Arbeitswelt am weitesten offen, sprich, sie können darauf zählen, bestmöglich bei der Vorbereitung und Vermittlung auf den Arbeitsmarkt unterstützt zu werden.

Einen Schritt weiter als Sabbagh war bereits Rahmat Khan. Über den Helferkreis in Wörth fand er im Juni einen Job bei der Essenbacher Altbausanierungsfirma Monzel. Firmenchef Thomas Monzel war nach zwei Tagen von dem 22-jährigen Afghanen so begeistert, dass er ihm einen unbefristeten Arbeitsvertrag gab. „Wir hatten lange Pech mit anderen Bewerbern; Rahmat war im Gegensatz zu ihnen hochmotiviert, talentiert und in jeder Hinsicht ein Glücksgriff“, beschreibt Thomas Monzel den jungen Mann.

Da sein Asylantrag abgelehnt worden war, musste er alle vier Wochen seine Arbeitserlaubnis verlängern lassen. Bis zum Herbst war das kein Problem. Zum Verhängnis wurde dem 22-Jährigen der Abschiebestopp, der im Oktober für Flüchtlinge aus seinem Heimatland aufgehoben wurde. Die Bundesregierung hatte mit der afghanischen Regierung ein Rückübernahmeabkommen getroffen, damit war der Weg frei, afghanische Asylbewerber abzuschieben. „Wenn der Abschiebestopp im Juni schon ein Thema gewesen wäre, hätte ich ihn nicht eingestellt“, betont Monzel. So hat ihn die Entscheidung der Regierung wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen. Die große Lücke, die Khan hinterlassen hat, muss nun die übrige Belegschaft füllen.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag, 17. Januar, in der Landshuter Zeitung.