Landshut/Quito Hilferuf: Landshuter Kinderarzt mit vor Ort

Er hilft, wo immer er kann. Ende 2013 war Kinderarzt Dr. Rainer Berendes auf den Philippinen im Einsatz. Foto: Gabi Lössl

Am Samstag hat ein Erdbeben Ecuador schwer getroffen. Das gesamte Ausmaß der Katastrophe lässt sich nur erahnen. Von Hunderten Toten ist die Rede, es dürften aber noch deutlich mehr sein. Viel Zeit zu überlegen blieb Dr. Rainer Berendes nicht, als er am Sonntag von dem Geschäftsführer der Hilfsorganisation Humedica um Hilfe gebeten wurde. Um 7 Uhr startet heute der Flieger ab München, dann geht es über Amsterdam direkt nach Guayaquil in Ecuador. Zwei Wochen wird er in dem südamerikanischen Land bleiben.

„Ich habe eine große Passion für Lateinamerika und mag die Menschen dort sehr gerne“, erklärt der 49-Jährige. 2004 war er bereits als Tourist in Ecuador, und hat in einem zweiwöchigen Crashkurs Spanisch gelernt. Dr. Berendes hat sich gefragt, was gegen einen Einsatz in Ecuador sprechen würde, er kann aber nichts finden, was ihn davon abhalten könnte. „Ich bin gesund, kann mich mit den Einheimischen unterhalten, das sind doch gute Voraussetzungen.“

Sein letzter Einsatz in einem Katastrophengebiet liegt knapp zweieinhalb Jahre zurück. Damals war er nach dem Tsunami auf den Philippinen. Danach hat er seinen „Desasterkoffer“ mit dem notwendigen Equipment in die Ecke gestellt. Seine Kinder haben ihn in der Zwischenzeit etwas geplündert, Stirnlampe und Isomatte waren verschwunden. Aber jetzt ist er wieder einsatzbereit.

Sein Chef und die Kollegen machen seinen humanitären Einsatz möglich: Sie haben sich sofort bereiterklärt, seine Dienste im Landshuter Kinderkrankenhaus St. Marien zu übernehmen. Sehr viel schwieriger war es, die Termine in der Ambulanz der Kinderrheumatologie zu verschieben. Als einziger Kinderrheumatologe in Niederbayern ist er ein gefragter Facharzt, die Wartezeiten betragen bis zu drei Monate. „Es hat mich viel Mühe gekostet, die Termine zu verschieben“, sagt Dr. Berendes. Er wird, wenn er wieder zurück ist, in der Klinik Sonderschichten einlegen. 

Bisher weiß Dr. Berendes nicht, wohin die Fahrt heute Abend nach der Ankunft in Guayaquil gehen wird. Er vermutet, dass man in Richtung Epizentrum des Erdbebens fahren wird, das etwa 40 Kilometer vom Flughafen entfernt ist. Zwei Arztkollegen sind bereits vor Ort, sie sind Montagfrüh losgeflogen. Laut Aussage von Humedica-Geschäftsführer Wolfgang Groß wird ihn eine Missionsschwester in ein Krankenhaus bringen, das die Ärzte und Pflegekräfte unterstützen sollen.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag, 19. April, in der Landshuter Zeitung.

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