Landshut Dreier zieht Zwischenbilanz: Unwetterschäden in zweistelliger Millionenhöhe

Es wird noch geraume Zeit dauern, bis die Spuren des Unwetters im Landkreis Landshut beseitigt und behoben sind. Foto: red

Gut eine Woche nach dem verheerenden Unwetter, das den nördlichen Landkreis Landshut mit extremem Starkregen heimgesucht und zahlreiche Ortschaften überschwemmt hat, lässt sich das genaue Ausmaß der angerichteten Schäden noch immer nicht genau beziffern.

Nach den bislang vorliegenden Informationen werde sich die Schadenssumme aber auf jeden Fall auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen, teilte Landrat Peter Dreier am Montag mit. Dies sei zwar kein Vergleich zu d
en Schäden im Nachbarlandkreis Rottal-Inn. Dennoch hat die folgenschwere Unwetternacht auch im Landkreis Landshut viele Menschen nicht nur an den Rand der Verzweiflung gebracht, sondern auch in akute Existenznot gestürzt, weshalb im Landratsamt alles unternommen werde, um den Bürgern zu helfen.

„Zum Glück sind im Landkreis Landshut, anders als in Rottal-Inn, keine Todesopfer durch die Unwetter und Überschwemmungen zu beklagen“, stellte der Landrat erleichtert fest. Allerdings hatte sich auch im nördlichen Landkreis die Lage kurzzeitig dramatisch zugespitzt, als eine junge Frau, ein junger Mann und eine Seniorin von den Wassermassen eingeschlossen wurden und plötzlich in Lebensgefahr geraten waren.

„Die Situation in Kläham war sehr, sehr knapp, das hätte auch bei uns schlimm ausgehen können“, berichtete Dreier am Montag bei der Kreisausschusssitzung im Landratsamt. Glücklicherweise hätten sich die drei Personen gerade noch rechtzeitig befreien können.

„Mutter Natur holt sich das irgendwie wieder“

Dreier dankte am Montag abermals den vielen freiwilligen Helfern und Einsatzkräften von Feuerwehr, THW und den Rettungsdiensten, die während des Unwetters und in den Tagen danach bei den Aufräumarbeiten im Einsatz waren – und die nicht nur in ihren Heimatorten zur Stelle waren, sondern in der Zwischenzeit auch in Simbach am Inn mitgeholfen haben. „Die Ereignisse haben uns einmal mehr deutlich gemacht, dass selbst die kleinste Ortsfeuerwehr in solch einem Fall dringend notwendig und unheimlich wichtig ist“, resümierte Dreier.

Darüber hinaus werde es nun darauf ankommen, die Ereignisse der Unwetternacht genau zu analysieren, die Erkenntnisse zu bewerten und daraus die erforderlichen Schlussfolgerungen zu ziehen. Denn wenn selbst schon ein kleiner Hügel ausreiche, dass es zu „Abschwemmungen ungeahnten Ausmaßes“ kommen könne, müsse die Frage gestellt werden, was dies möglicherweise für die Landschaft und die Landbewirtschaftung bedeute. Dreier: „Mutter Natur holt sich das irgendwie wieder, was von Menschenhand verursacht wurde.“

Finanzhilfen vom Freistaat

Unterdessen hat das Landratsamt Landshut eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet, damit die Finanzhilfen des Freistaats für Opfer der Unwetter ohne Verzögerung bearbeitet werden können. Unter der Adresse finanzhilfe-unwetter@landkreis-landshut.de können Bürger ausgefüllte und unterschriebene Anträge direkt beim Landratsamt einreichen. Die Anträge findet man auf der Internet-Seite des Landkreises Landshut www.landkreis-landshut.de unter der Rubrik Aktuelles. Anträge können auch per Post eingereicht werden (Landratsamt Landshut, Veldener Straße 15, 84036 Landshut) oder per Fax 0871- 408-1001. Auskünfte werden erteilt unter Telefon 0871-408-1800.

In Wolfsbach ist nahezu jeder betroffen

Zwischenzeitlich hat auch die Landshuter Landtagsabgeordnete Jutta Widmann zusammen mit dem zweiten Bürgermeister von Niederaichbach, Jakob Sand, betroffene Haushalte in den Ortsteilen Reichersdorf und Wolfsbach besucht. „Es ist wirklich schrecklich, was hier passiert ist. Wir haben zwar nicht die gleiche Dimension wie im Landkreis Rottal-Inn, aber auch bei uns in der Region gibt es viele Einzelschicksale“, zeigte sich Jutta Widmann betroffen.

So habe die Kessellage in Wolfsbach dazu geführt, dass hier nahezu jeder vom Hochwasser getroffen wurde. In einer gemeinsamen Anstrengung hätten die Wolfsbacher mit Unterstützung der Gemeinde schon viele Spuren beseitigt, trotzdem bleibt auch in nächster Zeit viel zu tun. Auch in Reichersdorf sind mehrere Haushalte betroffen, Keller oder die komplette Erdgeschossfläche samt Einrichtung wurden total zerstört.

Spendenkonto

Der Landkreis Landshut hat nach dem schweren Unwetter ein Spendenkonto für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger eingerichtet. Die Spendengelder werden zielgerichtet zur Unterstützung für in Not geratene Bewohner der Überschwemmungsgebiete genutzt. Unter dem Kennwort „Hochwasserhilfe“ können Spenden auf das Konto des Landkreises Landshut bei der Sparkasse Landshut überwiesen werden: IBAN: DE 91 7435 0000 0000 0179 81, BIC: BYLADEM1LAH.

 
 
 

0 Kommentare

Kommentieren

null

loading