Landshut Bahn erwägt Brenner-Zulauf über Landshut

Die Arbeiten am Brennerbasistunnel (BBT) schreiten kontinuierlich voran. Bereits 2025 sollen die ersten Züge durch die Röhre rollen. Ein Teil des Zubringerverkehrs könnte nach dem Willen der Bahn über Landshut laufen. Foto: dpa

Führt die nördliche Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel (BBT) dereinst durch die Region Landshut? Das befürchtet jedenfalls die Bürgerinitiative Freie Fahrt (Biff).

Anlass ist eine entsprechende Meldung der Süddeutschen Zeitung vom Dezember. Darin geht es um die Trassenführung eben jener Zulaufstrecke durch das Inntal und um die Wege, die der Güterverkehr von Rosenheim aus Richtung Norddeutschland nehmen wird. Die SZ berichtete, dass die Deutsche Bahn als großräumige Trasse einen „Ostkorridor“ über Regensburg, Hof und Halle nach Hamburg zum neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet habe. Und weiter: „Der Weg vom Brenner auf diesen Korridor soll nicht mehr über den Bahnknoten München führen, der mit dem Personenverkehr ausgelastet ist, sondern über Mühldorf und Landshut.“ Werden die Pläne Realität, müsse die Strecke Freilassing-Mühldorf-Landshut zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden.

Biff-Vorsitzender Friedrich W. Weimar und sein Mitstreiter Harald Dietl nehmen diese Meldung sehr ernst. Schließlich ist der 55 Kilometer lange BBT, der nördlich von Innsbruck beginnt und bei Franzensfeste nahe Brixen endet, bereits in Bau. „In zehn Jahren sollen nach derzeitigen Planungen die ersten Züge rollen“, sagte Dietl. Insofern sei es nur logisch, dass auch die Planungen für die nördlichen Zulaufstrecken nun konkret werden. „Wir sind erst vor wenigen Tagen zufällig im Internet auf diesen Bericht gestoßen und wurden dadurch aufgeschreckt“, sagte Weimar. „Bisher gab es zu diesem Thema ja keine Stellungnahme von einem Politiker aus unserer Region.“

Sollte die Bahn tatsächlich den Güterverkehr über einen „Ostkorridor“ und damit über Landshut Richtung BBT schleusen wollen, melden Weimar und Dietl schon mal ihre Bedenken gegen dieses Großprojekt an. „Grundsätzlich sind wir dafür, den Güterverkehr vermehrt auf die Schiene zu verlagern“, so Weimar. Allerdings müssten die Bürger soweit wie möglich vor Lärm geschützt werden. Außerdem stelle sich ihm folgende Frage: „Wofür soll unsere Region denn noch alles herhalten ? Erst die Atomkraftwerke Isar, dann das dortige Atommüllzwischenlager und der Endpunkt einer der großen Stromtrassen – das muss doch wirklich reichen.“ Er könne sich nicht erklären, warum solche unangenehmen Vorhaben am Ende häufig in Landshut und Umgebung landen. „Vielleicht liegt es ja daran, dass die Interessen unserer Region von den aktuellen Mandatsträgern auf Bundes- und Landesebene nicht in ausreichendem Maße vertreten werden.“

Der im Wahlkreis Landshut direkt gewählte CSU-Bundestagsabgeordnete Florian Oßner bestätigte auf Nachfrage, dass der „Ostkorridor“ von der Bahn zum Bundesverkehrswegeplan (BVWP) angemeldet worden ist. Auch der Freistaat befürworte diese Streckenführung, auf der insbesondere der Güterverkehr zwischen (Nord-)Deutschland, den deutschen Hafenstädten und dem Brenner abgewickelt werden soll. Über solche Vorhaben werde aber im Vorfeld eines neuen BVWP in der Regel nicht breit in der Öffentlichkeit diskutiert, weil der Abstimmungsbedarf mit der Bahn groß sei. Eine Entscheidung sei deshalb noch längst nicht gefallen, versicherte Oßner: Es handle sich nur um eine von drei von der Bahn vorgeschlagenen Varianten.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der Wochenendausgabe der Landshuter Zeitung.

 
 

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