Landshut B15neu: Stadtnahe Variante aus dem Rennen

Die rot markierte stadtnahe Variante für die Weiterführung der B15neu ist beim Raumordnungsverfahren der Regierung von Niederbayern durchgefallen. Foto: Regierung von Niederbayern

Die Regierung von Niederbayern hat das Raumordnungsverfahren (ROV) zur Weiterführung der B15neu, Ost-Süd-Umfahrung Landshut, abgeschlossen. Das bestätigt die Regierung in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung.

Unter anderem in Untergrub, Altenbach, Niederkam und Wapersdorf können die Bewohner aufatmen: Die Planungsvariante, die die B15neu direkt entlang dieser Ortschaften geführt hätte, ist im Prüfverfahren der Regierung von Niederbayern durchgefallen. Gegen die sogenannte "stadtnahe" Planungsvariante hatte es von Seiten betroffener Anwohner massive Kritik gegeben. Das Aus für diese Variante hat die Regierung von Niederbayen am Donnerstag in einer Pressemitteilung bestätigt.

Im Verfahren haben sich rund 40 Fachstellen und Träger öffentlicher Belange sowie alle sieben von der Trassenführung direkt betroffenen Kommunen geäußert. Außerdem brachten sich im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung verschiedene Verbände, Interessensgemeinschaften, Institutionen und rund 550 Bürgerinnen und Bürger mit Stellungnahmen oder als Unterstützer von Unterschriftenlisten ins Verfahren ein.

"Die rege Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger unterstreicht das hohe Interesse für dieses Projekt in der Region. Ihre Stellungnahmen sind wichtig für unsere Abwägung und tragen zu einer Verbesserung der Planung bei", sagte Regierungspräsident Rainer Haselbeck. Aus raumordnerischer Sicht leiste die Weiterführung der B15neu einen wichtigen Beitrag zur besseren Anbindung der Region an das Fernstraßennetz und entlaste die Stadt Landshut vom Durchgangsverkehr.

Das Staatliche Bauamt Landshut hat drei mögliche Trassenführungen sowie zwei technische Varianten zur Querung der Isarleite geprüft. Raumordnerisch positiv bewertet werden demnach die Planfälle 1b ("Versatzlösung") und 1c ("alte Raumordnungstrasse"). Die landesplanerische Beurteilung formuliert für diese beiden Varianten eine Reihe von Maßgaben, zum Beispiel hinsichtlich des Lärmschutzes für die Anwohner. Um Verkehrsprobleme während der Bauphase so gering wie möglich zu halten, soll die Straßenbauverwaltung die Ost-Süd-Umfahrung von Landshut in möglichst zeitnah aufeinanderfolgenden Bauabschnitten errichten.

Bei diesem Prüfverfahren durchgefallen sei die "stadtnahe Variante" (Planfall 1a). Sie würde laut Aussage der Regierung von Niederbayern erhebliche Eingriffe in das Landschaftsbild, ökologisch wertvolle Erholungswälder und Vorranggebiete für die Sicherung von Bodenschätzen (Bentonit) bedeuten. Im Bereich von Altfraunhofen ist aus raumordnerischer Sicht ebenfalls nur eine der beiden eingebrachten Untervarianten vertretbar. Die Untervariante "süd" würde den Siedlungskörper der Gemeinde durchschneiden und die weitere Siedlungsentwicklung nahezu unmöglich machen.

Im Rennen sind daher nur noch zwei Möglichkeiten, die B15neu im Sinne des Bundesverkehrswegeplans nach Süden fortzusetzen. Die landesplanerische Beurteilung wird in den nächsten Tagen an alle beteiligten Gemeinden, Fachstellen und Träger öffentlicher Belange übermittelt. Wann die endgültige Entscheidung über die Trassenführung fällt, konnte die Regierung von Niederbayern noch nicht sagen.

 
 

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