Zum Glück für ein Ergoldinger Autohaus war am 2. Januar 2020 der Leihwagen nicht verfügbar, als Gustav G.* nach ihm verlangte. Der 51-jährige Freisinger hätte weder das Auto im Wert von 20.000 Euro zurückgebracht noch den Kia bezahlt, über den er zuvor einen Kaufvertrag abgeschlossen hatte. G. war einzig daran interessiert gewesen, sich durch Abschluss eines Kaufvertrags ein Leihauto zum Weiterverkauf zu ergaunern.

Seit dem 2. Dezember hatte er mit dieser Masche - wegen der er bereits vor zehn Jahren vor dem Landgericht Landshut stand - schon diverse Autohäuser in Oberbayern abgeklappert.

In der Gefängnisküche stets der Chefkoch

Acht Mal hatte G. Erfolg damit. Nun muss er dafür erneut in den Knast: Die vierte Strafkammer des Landgerichts verurteilte den geständigen Freisinger am heutigen Montag wegen Betrugs in acht besonders schweren Fällen sowie versuchten Betrugs in drei besonders schweren Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren. Der wegen Betrugs mehrfach vorbestrafte G. hatte das Urteil gelassen entgegengenommen. Dem Vernehmen nach fühlt sich der in der Küche des "Bayerischen Hofs" ausgebildete Koch in der JVA Berggrub am besten aufgehoben. Und auch das Gefängnis schätzt es laut Verteidigerin Dagmar Schmidt, wenn der 51-Jährige wieder einrücken muss: Dann ist er in der Gefängnisküche stets der Chefkoch.