Landkreis Straubing-Bogen Rückblick auf zehn Jahre "KoKi" in Oberalteich

Andrea Bär (links) und Rosi Rinkl sind als Sozialpädagoginnen für die Betreuung von Familien in der "KoKi" zuständig. Foto: Pressestelle Landkreis Straubing-Bogen

Vergangenen Sommer hat die Koordinierende Kinderschutzstelle des Landkreises (KoKi) in Oberalteich ihren zehnten Geburtstag gefeiert. Im Angesicht neuer Herausforderungen durch die Coronavirus-Krise blicken die beiden Sozialpädagoginnen Rosi Rinkl (Landkreis Straubing-Bogen) und Andrea Bär (Stadt Straubing) jetzt noch einmal auf gut 10 Jahre KoKi zurück.

2009 wurden die KoKis bayernweit als „Netzwerk frühe Kindheit“ in jeder Kreisverwaltungsbehörde und kreisfreien Stadt eingeführt. Ziel war es, eine niederschwellige Anlaufstelle für alle Schwangeren und Familien mit Säuglingen und Kleinstkindern zu schaffen und ein Netzwerk der Frühen Hilfen aufzubauen.

Während die Beratung und Information von Eltern in Stadt und Landkreis getrennt voneinander laufen, erfolgt eine enge gemeinsame Netzwerkarbeit. Die Sozialpädagoginnen Rosi Rinkl und Andrea Bär koordinieren die Zusammenarbeit zwischen dem Gesundheitswesen, den Schwangerenberatungsstellen, der Jugendhilfe und allen anderen Stellen, die Angebote für Schwangere und Eltern mit Kindern im Alter von null bis drei Jahren anbieten. Themen sind die Bewältigung des Erziehungsalltags, die richtige Babypflege, das Füttern und die Förderung des Babys, der Aufbau einer emotionalen Bindung zum Kind oder der Umgang mit Stresssituationen.

"Jedes Kind sollte gute Startbedingungen bekommen“

„Eltern und werdende Eltern haben zunehmend mehr Fragen“, sagt Rosi Rinkl, die von Anfang an dabei ist. Das gesellschaftliche Leben habe sich in den letzten Jahren deutlich verändert, vielfach stehe kein familiäres Unterstützungssystem durch Großeltern zur Verfügung, da diese selber noch berufstätig seien. Zugezogene Familien müssten sich neu orientieren, Frauen machten sich Gedanken über die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. "Viele Eltern machen sich Gedanken über Kinderbetreuungsmöglichkeiten und haben auch Sorgen um ihre finanzielle Situation", sagt die Sozialpädagogin. "Zudem gibt es immer wieder Situationen, wo das Leben nicht nach Plan verläuft." Ein Baby werde zum Beispiel viel zu früh, krank oder behindert geboren, die Eltern seien noch minderjährig oder die Mutter bekomme nach der Geburt eine Depression ein. „In diesen Situationen ist eine Unterstützung durch die KoKi besonders bedeutsam, denn jedes Kind sollte möglichst gute Startbedingungen ins Leben bekommen“, findet Rinkl.

"Die Eltern sind sehr dankbar"

Neben Information und Beratung kann die KoKi auch spezielle Hilfen für die Familien anbieten: Eigens ausgebildeten Familienhebammen oder Familienkinderkrankenschwestern sind in Problemsituationen mehrere Stunden pro Woche mit Unterstützung und Anleitung für die Familien da. Dieses Angebot ist für Eltern kostenlos. „Diese Unterstützung wird pro Jahr von mehreren Familien in Anspruch genommen“, erklärt Sozialpädagogin Rinkl, „und die Eltern sind für dieses Angebot auch sehr dankbar.“

Die KoKi ist auch verantwortlich für das "Familienhandbuch" des Landkreises Straubing-Bogen, das allen Eltern nach der Geburt des Kindes mit einem kleinen Geschenk automatisch zugeschickt wird. Das ständig aktualisierte Handbuch beinhaltet Informationen für Eltern und Kontakte zu Fachstellen. Sie können es auch auf der Homepage der KoKi herunterladen.

Im Rahmen der Netzwerkarbeit mit der Stadt Straubing gibt es seit mehreren Jahren die „KoKi-Kliniksprechstunde“ auf der Geburtsstation im Klinikum in Straubing. Beide Sozialpädagoginnen informieren einmal pro Woche für zwei Stunden die frischgebackenen Eltern im Frühstücksraum der Geburtsstation. „Dieses Kooperations-Angebot zwischen der Klinik und der KoKi wird sehr gut angenommen und hat sich bewährt“, sagt Rinkl. Ferner veranstaltet die KoKi gemeinsam mit der Schwangerenberatungsstelle "Donum Vitae" seit mehreren Jahren eine kostenfreie Vortragsreihe im Familienhaus in Straubing.

"Besonders wichtig ist das Netzwerk im Sozialraum"

Insgesamt sehen Andrea Bär und Rosi Rinkl die KoKi als großes Erfolgsmodell. „Es ist ein wichtiges und kostenfreies Angebot für Eltern, dass sich über die Jahre ständig weiterentwickelt hat. Besonders bedeutsam ist dabei das Netzwerk im Sozialraum", betonen die Sozialpädagoginnen. "Oftmals werden Eltern durch Netzwerkpartner auf das Angebot der KoKi aufmerksam gemacht, oder die KoKi kann Eltern an Angebote anderer Stellen vermitteln."

Aufgrund der Corona-Situation können derzeit keine persönlichen Beratungen im KoKi-Büro erfolgen. Das Büro ist aber besetzt, die Beratungen können telefonisch erfolgen. Die Sozialpädagogin Rosi Rinkl ist unter der Telefonnummer 09421/973-219 oder unter der E-Mailadresse: koki@landkreis-straubing-bogen erreichbar.

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