Landkreis Straubing-Bogen Kuriose Fragen in der Corona-Hotline

Thomas Mayer ist normalerweise als Kabarettist "Vogelmayer" unterwegs. An der Strippe beim Bürgertelefon beantwortet er jetzt aber Fragen zur Corona-Pandemie. Foto: Pressestelle Landkreis Straubing-Bogen

Seit etwa zwei Wochen gibt es im Landkreis Straubing-Bogen ein Coronavirus-Bürgertelefon, bei dem Bürger Rat und aktuelle Informationen zur Pandemie-Lage erhalten können. Unter anderem arbeitet dort Thomas Mayer, bekannt als Kabarettist unter dem Namen "Vogelmayer". Mitunter erhält er auch sehr spezielle Fragen – oft ist er aber einfach nur als Psychologe gefragt.

Es ist Montagmorgen, 8 Uhr. Schichtbeginn für Thomas Mayer. Die nächsten Stunden wird er nur eines machen: Telefonieren. Auflegen, annehmen, reden, auflegen, annehmen, reden. Thomas Mayer, auch bekannt als Kabarettist "Vogelmayer", ist einer jener neuen Bediensteten von Stadt und Landkreis, die seit dem 13. März, also seit gut zwei Wochen, am Bürgertelefon sitzen.

Mehr als 2.000 Anrufe gingen seitdem unter der Nummer 09421/973-401 ein. In mehreren Leitungen werden Fragen zu medizinischen Themen, zur Ausgangsbeschränkung, zu wirtschaftlichen Hilfsmöglichkeiten, zur Kinderbetreuung und zu vielem mehr beantwortet oder entsprechende Fachstellen kontaktiert. Die Personalabteilungen von Stadt und Landkreis hatten zuvor eng zusammengearbeitet, um entsprechendes Personal abstellen zu können. Und das an sieben Tagen in der Woche, denn das Telefon ist nicht nur Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr besetzt, sondern auch am Samstag und Sonntag von 12 bis 16 Uhr.

Kuriose Anfragen

Manche Fragen wiederholen sich. Was bei einem Kontakt mit einem Infizierten zu tun ist, wie Beschwerden zu deuten sind, wo und unter welchen Voraussetzungen man sich testen lassen kann. Das sind sozusagen die "Klassiker", die an der Telefonhotline immer wieder gefragt werden. Nach der Ausgangsbeschränkung habe sich das dann auch hin zu Themen wie „Darf ich noch rausgehen? Dürfen die Enkel zur Oma?“ verschoben, erzählen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bürgertelefons. „Manchmal ist man aber auch als Psychologe gefragt“, weiß Thomas Mayer. Denn die Leute seien häufig verunsichert und bräuchten einfach Zuspruch und jemanden, mit dem sie reden könnten und der ihre Sorgen ernst nimmt.

Neben den Klassiker-Fragen gibt es auch viele kuriose Einzelfragen. Tobias Welck, der Pressesprecher des Landkreises, nennt einige Beispiele: "Darf ich weiterhin schwarz arbeiten?", wollte etwa ein Anrufer wissen. "Darf ich einen Salat, der aus Italien kommt, noch essen?", ein weiterer. Auch banale Dinge des Alltags verunsicherten die Menschen im Landkreis mittlerweile, sagt Welck: Eine Frage sei gewesen, ob man denn noch Wäsche aufhängen dürfe. 

Die Mitarbeiter versuchen, alle Fragen immer nach bestem Wissen und Gewissen zu beantworten. Bei manchen Anfragen müsse man den Leuten aber einfach auch sagen, dass man ihnen nicht weiterhelfen könne, wie Thomas Meyer sagt. 

Etwas ruhiger als zu Anfang

In der ersten Woche blieb den Mitarbeitern so gut wie keine Zeit zum Durchschnaufen – jetzt gibt es auch Phasen, in denen das Telefon tatsächlich mal nicht läutet. Je nach Lage kann sich das aber auch wieder schnell ändern – vor allem dann, wenn es neue Entwicklungen gibt.

Die aktuelle Ankündigung von Ministerpräsident Söder, die Ausgangsbeschränkungen bis 19. April zu verlängern, hätte sich aber noch nicht auf die Zahl der Anrufe ausgewirkt, erklärt Pressesprecher Welck. "Normalerweise zeigt sich ein erhöhtes Aufkommen nach Neuigkeiten mit einem Tag Verspätung – bis es jeder sozusagen so richtig mitbekommen hat", sagt er. 

Wie lange die Telefon-Helfer in der neuen Rolle gebraucht werden, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Denn das berührt eine Frage, auf die auch das Bürgertelefon keine Antwort geben kann: "Wie lange dauert es noch?" Zunächst einmal heißt es also weiterhin: annehmen, telefonieren, auflegen, annehmen.

 

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