Landkreis Straubing-Bogen Gefesseltes totes Reh gefunden

Ein an einen Baum gefesseltes, totes Reh wurde am Samstag in einem Waldstück gefunden. Foto: Redaktion

Im Landkreis Straubing-Bogen ist ein totes Reh gefunden worden, dass an einen Baum gebunden worden ist. Was steckt dahinter?

Bereits am Samstag hat ein Laberweintinger im Wald zwischen Graßlfing und Grafentraubach einen für ihn verstörenden Fund gemacht. Es handelte sich dabei um ein Reh, dass an den Hinterläufen mit einer Schnur an einen Baum gebunden worden ist. Das Reh lag leblos im Gras neben dem Baum, als der Mann es fand. Ob es erst nach dem Verenden oder vorher an den Baum gebunden worden ist, das konnte der Mann nicht einschätzen. Im Gespräch mit idowa stellt er mehrmals die Frage, die wohl jeden bewegt, der das Bild sieht: "Wieso macht jemand so etwas?"

Ein Fall von Fallwild

Der Laberweintinger erinnert sich daran, dass auf dem Kadaver kaum Schmeißfliegen waren. Er geht deshalb davon aus, dass die Tat erst ein oder zwei Tage vor dem Fund passiert ist. Einen Einschuss an dem Reh konnte der Mann, der zusammen mit seiner Frau den Fund gemacht hat, nicht feststellen. Er habe das Reh aber auch nicht angefasst. Der Mann berichtet außerdem, dass es vor etwa zwei Monaten bereits einen ähnlichen Fall in dem Waldstück gegeben habe. Damals habe seine Tochter ebenfalls ein Reh gefunden, dass an den Hinterläufen an einen Baum gebunden war und verendet ist. Der Kadaver sei dann in der Folge von einem Unbekannten entfernt worden. Die Tochter habe aber leider kein Handy dabei gehabt und habe deshalb auch kein Foto machen können.

Der Fall wurde mittlerweile an die Behörden weitergeleitet. Auf Anfrage, ob hier in der Vergangenheit etwa Fälle von Tierquälerei gegeben waren, hieß es seitens der Polizei, dass von 2017 bis heute im Gemeindegebiet Laberweinting lediglich zwei Fälle akktenkundig sind, bei denen es um mögliche Verstöße in Zusammenhang mit dem Tierschutzgesetz ging.

Doch wie ist dieser Fund nun einzuschätzen? Wir haben beim Bayerischen Jagdverband angefragt. Dr. Gertrud Helm, Pressereferentin beim Verband, erklärt den Fall so. "Der Rehbock ist nicht frisch erlegt, er ist überhaupt nicht erlegt worden, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit ein Opfer des Straßenverkehrs geworden, so jedenfalls sieht es bei genauer Betrachtung aus." Es sei nicht ungewöhnlich, dass Wild, das bei meinem Unfall verendet, in den Wald gelegt werde. Denn so kann es dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden. Das sei gesetzlich erlaubt und ökologisch sinnvoll – natürlich nachdem der entsprechende Wildunfall gemeldet worden ist. Angebunden sei das Reh vermutlich  geworden, damit Wildschweine oder Füchse den Kadaver nicht im Wald verteilen. Dieses sogenannte Fallwild werde im Regelfall von Jägern an einem schwerer zugänglichen Ort platziert, etwa im Dickicht, damit die Aasfresser es ungestört fressen können. 

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