Landkreis Regensburg Entsetzen über Massenkeulung: Notwendiges Übel oder sinnloser Tod?

Unter Hausarrest: Speziell Gänse, wie hier auf einem Archivfoto aus Kruckenberg vom November, leiden massiv unter der monatelangen Aufstallpflicht. Sie sind es gewöhnt, im Freien zu leben. Foto: Hossfeld

Alle Jahre wieder, meist um den Vogelzug im Herbst herum, schlägt die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, im Landkreis zu. Bereits seit 18. November gilt eine Stallpflicht für Geflügel. Aktuell gibt es vier bestätigte Fälle von Geflügelpest im Landkreis - zwei in Hausgeflügelbeständen, zwei bei Wildvögeln.

Laut der bundesweit gültigen Verordnung zum Schutz gegen die Geflügelpest muss die zuständige Behörde, das Landratsamt, die Tötung und unschädliche Beseitigung der gehaltenen Vögel in dem Bestand veranlassen, in dem die Geflügelpest ausgebrochen ist. Eine ganze Menge von Bürgern kann aber nicht nachvollziehen, dass manchmal Tausende von Hühnern, Puten oder anderen Vögeln getötet (gekeult) werden müssen, auch wenn nur ein einziges Tier des Bestandes nachweislich infiziert ist.

Die Keulung ganzer Tierbestände ist ein ethisch-moralisches Problem, kein juristisches. Das macht der Leiter des Veterinäramtes Regensburg, Dr. Reinhold Scheuerer, auf Nachfrage der Donau-Post deutlich: "Die Verordnung nach dem Tiergesundheitsgesetz ist eindeutig: Bestände, in denen ein infiziertes Tier festgestellt wurde, sind zu töten", so der Fachmann. Es gefalle ihm persönlich zwar auch nicht, ihm bleibe aber keine andere Wahl. Hintergrund für diese restriktiven Maßnahmen sei die hohe Ansteckungsgefahr durch diese Infektionskrankheit, die es als zu gefährlich für andere Bestände erscheinen lasse, Tiere am Leben zu lassen, die sich angesteckt haben könnten. Das Virus, das jedes Mal in einer anderen Erscheinungsform auftrete und sich sehr schnell ausbreite, müsse konsequent eingedämmt werden, damit es keinen weiteren Schaden anrichten könne.

Agnes Hafner ist eine Krankenschwester aus Eckerzell bei Falkenstein. Sie hat sich viele Gedanken über diesen Umgang mit Tieren gemacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass es auch anders gehen müsse, dieser Infektionskrankheit Herr zu werden: "Wenn in einer Schulklasse ein Kind Grippe hat, schickt man es nach Hause, der Unterricht für die anderen geht aber weiter", stellt sie fest. Auch bei Grippe handle es sich um eine Viruserkrankung, die zudem Sekundarkrankheiten wie Lungenentzündungen nach sich ziehen könne. Es gehe also darum, das Vogelgrippe-Virus besser zu erforschen, damit man seine Ausbreitung beispielsweise über eine Schutzimpfung verhindern könne. "Anstatt die Tiere zu keulen, könnte man sie auch unter Quarantäne stellen und Studien betreiben, um den Keim zu identifizieren", schlägt Hafner vor. Wenn die Tiere erst gekeult seien, könne man nichts mehr erforschen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie am Dienstag, 7. Februar, in der Donau Post und auf idowa+.

 
 
 

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