Landkreis Passau Fit in den Frühling

Martina Kahlert liebt das Leben. Foto: Andreas Reichelt

Das Eis bricht auf, der Schnee schmilzt. Nach und nach blühen die ersten Pflanzen. Die Sonne erwärmt die Haut, liebkost das Herz. Emotionale Pflege, die wir angesichts der vergangenen Monate allesamt nötig haben.

In eine dicke Jacke gekuschelt sitzt sie auf einem Terrassenstuhl und genießt die wärmenden Sonnenstrahlen. Wie eine Blume scheint sie ihr Gesicht der Energiequelle entgegenzustrecken. Der Anblick strahlt Ruhe und Entspannung aus.

Martina Kahlert hat in ihrem Leben so einiges aushalten müssen. Ihre Krebserkrankung hat sie schließlich vor Jahren dazu gebracht, ihre Lebensführung zu überdenken. Nachdem sie ihr Leiden überstanden hatte, begann sie, anderen bei ähnlichen Lebensaufgaben zu helfen.

Ich treffe die Heilpraktikerin für Psychotherapie und psychologische Beraterin aus Ruhstorf an einem Gerade-Noch-Winter-Tag. Doch Martina Kahlert blickt in die Zukunft. "Oh, der Frühling ist eine fantastische Jahreszeit! Ich liebe ihn", erklärt sie begeistert. "Er kommt nach der Starre." Plötzlich wird mir klar, warum diese Frau so eine positive Ausstrahlung besitzt. Sie jammert nicht über die Vergangenheit, sondern lebt im Hier und Jetzt und vermag dabei der Zukunft Positives abzugewinnen.

 "Schuhe anziehen, dicke Jacke, raus!"

"Die Sonne ist ein ganz wichtiger Faktor", erklärt sie mir. Sich ihren wärmenden Strahlen auszusetzen stärke das Immunsystem, die Knochen und fördere die Unternehmungslust. Diese und weitere positive Auswirkungen auf den Körper seien auf eine gesteigerte Vitamin D Produktion zurückzuführen. Daher rät sie unabhängig von der jeweiligen Jahreszeit zum "Sonnetanken".

Auch bei trübem Wetter können durch einen täglichen Spaziergang die Gesundheit und das Körperempfinden verbessert werden. "Das kann man auch mit den Kindern machen, vielleicht eine Thermoskanne Tee einpacken", rät die dreifache Mutter. "Das ist die einfachste Methode, Stress abzubauen." ​

Nahe Heimat entdecken

"Gerade Bayern, also "Hallo!", es gibt hier keinen Platz, wo ich nicht sagen kann, ich kann mich mal für vier Wochen schön aufhalten!", schwärmt die Ruhstorferin mit Blick auf die immer wiederkehrenden Coronabeschränkungen. Sie erzählt von einem Weiher, auf dem sie in den Wintermonaten ihrer Kindheit unzählige Male Eisstock geschossen hätte. Solche Plätze aufzusuchen ist eine Aktivität, die vielfach in allernächster Umgebung stattfinden kann.

An diesen Orten schreibt sie gern. "Kreative Wortklauberei" nennt sie ihr Hobby, das immer wieder zu interessanten Texten führe. Auch das Briefeschreiben habe zuletzt an Bedeutung gewonnen. ​

Gesunde Essgewohnheiten

Martina Kahlert ist auch Fachfrau für Ernährungs- und Gewichtsmanagement der IHK und absolvierte eine Ausbildung in chinesischer Diätetik mit ärztlicher Prüfung. Ein regelmäßiger Speiseplan ist für sie das A und O. Frühstück, Mittagessen, Abendessen, dazwischen nicht naschen. Möglichst solle man warm Essen, Suppen beispielsweise. "Das kann man dann noch mit schönen Kräutern würzen", ergänzt sie und zeigt auf drei Töpfe, die sie auf einem Tisch gestellt hat. Petersilie, Schnittlauch und Basilikum hat sie mitgebracht. Dazu eine tags zuvor zubereitete Erbsensuppe. "Die probieren wir später."

Gerade in der Übergangsphase zwischen Winter und Frühling besäßen diese drei Kräuter eine stärkende Wirkung auf den Organismus. "Petersilie zum Beispiel hat das meiste Vitamin C aller Küchenkräuter", erklärt die Expertin. Dazu viele weitere gesundheitsfördernde Bestandteile. Auf ein Brot oder eine Suppe gestreut, sei dies eine herrlich gesunde und schmackhafte Ergänzung. Zuhause kultiviert Martina Kahlert ihre Kräuter in einem Regal auf der Terrasse. "Ich habe nämlich wahnsinnig viele Schnecken im Garten", lacht sie.

Nach all den positiven Gedanken ist es uns beiden ein Bedürfnis, selbst aktiv zu werden und einen kleinen gemeinsamen Spaziergang durch die niederbayerische Winterlandschaft zu machen. Und obwohl der Frühling noch nicht volle Fahrt aufgenommen hat, kann ich die Wirkung der Sonne auf meiner Haut spüren. Und fühle mich wohl dabei.

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