Landgericht Regensburg Angeklagte in Prozess um Drogenschmuggel legen Geständnis ab

Die zwei Angeklagten (im gelben und im blauen T-Shirt) sitzen im Verhandlungssaal des Landgerichts. Foto: Armin Weigel/dpa/Archivbild

Zwei mutmaßliche Drogenschmuggler müssen sich in Regensburg vor Gericht verantworten - sie sollen zu einer internationalen Bande gehören. Den Männern drohen langjährige Haftstrafen. Nun haben sie ihr Schweigen gebrochen.

Es geht um große Mengen Amphetamin-Tabletten aus illegalen Drogenlabors im Ausland: Seit Mai sitzen vor dem Landgericht Regensburg zwei mutmaßliche Schmuggler auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft wirft den Syrern bandenmäßiges Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor.

Nachdem die beiden Tatverdächtigen zu Prozessbeginn noch geschwiegen hatten, haben sie die Vorwürfe inzwischen zumindest teilweise zugegeben. Der Hauptangeklagte räumte am Mittwoch in dem Verfahren die Punkte der Anklage grundsätzlich ein. Allerdings habe er keine tragende Rolle in der Bande eingenommen, sagte er. Anfangs habe er gar nicht gewusst, was genau geschmuggelt werden solle.

Anfang September hatte sein Mitangeklagter bereits über seinen Verteidiger eine ähnliche Erklärung abgegeben. Er habe dabei mitgewirkt, die Tabletten getarnt unter Splitt-Säcken nach Saudi-Arabien zu verschicken, hieß es in der Erklärung. Allerdings seien die Durchsuchung der Halle und die Verhaftung dazwischengekommen.

Es geht in dem Verfahren um rund 250 Kilogramm Tabletten. Die Pillen sollen in Drogenlabors im Libanon oder in der Türkei hergestellt worden sein und wie das nicht mehr legal produzierte Medikament Captagon ausgesehen haben. Tatsächlich enthielten die Tabletten statt Fenetyllin den Wirkstoff Amphetamin.

Aufgabe der Angeklagten soll es gewesen sein, die Tabletten in einer in Niederbayern angemieteten Lagerhalle in anderer Ware zu verstecken und zu tarnen, sie per Lastwagen nach Hamburg oder Bremerhaven zu bringen und von dort in Richtung Saudi-Arabien zu verschiffen. Dadurch wollten beide je fünfstellige Eurobeträge erhalten. Im Frühjahr 2021 wurden die Betäubungsmittel jedoch von der Polizei in der Halle sichergestellt.

Zum Prozessauftakt hatte die Staatsanwaltschaft den Beschuldigten im Fall eines umfassenden Geständnisses je acht- bis zehnjährige Haftstrafen in Aussicht gestellt. Im Fall des einen Angeklagten ist auch eine Kronzeugenregelung im Gespräch.

Zugunsten der Angeklagten sei zu unterstellen, dass diese nicht wussten, dass statt Fenetyllin der Wirkstoff Amphetamin in den Tabletten enthalten war, heißt es in der Anklage. Für den Prozess sind noch weitere Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil könnte im Oktober gesprochen werden.

Dieser Artikel ist Teil eines automatisierten Angebots der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er wird von der idowa-Redaktion nicht bearbeitet oder geprüft.

 
 
 

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