Landesliga Mitte Stefan Riederer: ASV-Tor statt Karriereende

Stefan Riederer (Mitte) jubelt hier mit dem ASV Cham über den Sieg beim 1. FC Bad Kötzting in der Hinrunde. Am Samstag will er das Derby wieder gewinnen - dieses Mal als Aktiver auf dem Platz. Foto: Fabian Roßmann

Stefan Riederer hatte seine aktive Laufbahn schon beendet. Seit Oktober steht er dennoch wieder konstant im Tor des ASV Cham. Am Samstag trifft er auf seinen Jugendverein 1. FC Bad Kötzting.

Über viele Jahre waren die Wochenenden von Stefan Riederer dominiert vom Fußball. Gerade als Profitorhüter (SpVgg Unterhaching, 1. FC Kaiserslautern, Chemnitzer FC) richtete sich vieles nach dem Sport. Aber auch im Amateurbereich ist der heute 33-Jährige von der Generation, die während der Saison nicht in den Urlaub fährt und am Spieltag fürs Team da ist. Auch deshalb hat Riederer im Sommer 2017 seine aktive Karriere beendet. „Ich wollte einfach ein bisschen Gas rausnehmen und kürzertreten“, berichtet er rückblickend. Der Familienvater wollte mehr Zeit für die Familie und den Beruf haben.

Da kam das Angebot des ASV Cham gerade recht, der ihn als Torwarttrainer verpflichten wollte. Riederer konnte dem Fußball erhalten bleiben und hatte dennoch mehr Freiheiten. „Es war weniger Aufwand und weniger Druck“, sagt Riederer. Er spricht von einem „Stück weit mehr Lebensqualität. Die letzten 25 Jahre war am Wochenende immer Fußball. Das war eine tolle Zeit, aber so ein freies Wochenende ist auch mal nicht schlecht.“

Plötzlich wieder zwischen den Pfosten

Es lief alles nach Plan – zumindest eine Saison und vier Spieltage lang. Denn am fünften Spieltag dieser Saison musste Riederer aufgrund der angespannten Torhütersituation des ASV doch wieder zwischen die Pfosten. Seit Anfang Oktober spielte er durchgehend, weil sich der eigentliche Stammtorhüter Tobias Vogl (21) mit einem Bandscheibenvorfall herumplagt.

Riederer war schnell wieder drin und ein Garant für den Lauf des ASV vor dem Winter. Seit Riederer im Tor war haben die Oberpfälzer alle Spiele bis zur Winterpause gewonnen. In zehn Spielen musste er gerade einmal vier Gegentore hinnehmen. Vor allem durch seine gelassene Ausstrahlung, die den Torhüter schon immer ausgezeichnet hat, konnte er auch den Vorderleuten Sicherheit geben.

Wie immer sei es allerdings zu Beginn nicht gewesen, erzählt der Keeper schmunzelnd: „Nach außen hat es immer gut ausgesehen. Aber ich habe schon gemerkt, dass ich ein bisschen gebraucht habe.“ In den Punkten Schnelligkeit und Spritzigkeit sowie beim Einschätzen von Situationen habe er erst wieder reinkommen müssen, die Grundabläufe verlerne man dagegen nicht. „Und mit inzwischen 33 Jahren kann ich die eine oder andere Situation auch durch Auge und Erfahrung lösen.“

Riederer auch nächste Saison im ASV-Tor

Weil es so gut funktioniert und eine Rückkehr Vogls ins Tor noch nicht absehbar ist, hat Riederer auch für die Rückrunde und bereits für die kommende Saison beim ASV zugesagt. In der kommenden Saison soll aber auch das Torhütertalent wieder zu Einsätzen kommen, auf jeden Fall wenn Riederer einmal im Monat beruflich verhindert ist. „Er soll sich erst mal auskurieren und wir wollen auch nichts überstürzen“, sagt Riederer. Wenn Vogl seine Sache dann aber wieder gut mache, „bin ich der Letzte, der ihn wieder aus dem Tor verdrängen will.“

Auf Sicht sieht sich Riederer dann wieder als Torwarttrainer, was er aktuell auch weiterhin macht mit den Torhütern der ersten und zweiten Mannschaft sowie teilweise aus dem Nachwuchs. Es bereitet ihm großen Spaß, sein Wissen und seine Erfahrungen an die jungen Torleute weiterzugeben. „Die Jungs nehmen die Dinge gut an, das ist mir besonders wichtig. So macht es einfach mehr Spaß.“ Denn für Riederer ist neben Größe und einem gewissen Talent vor allem eines entscheidend: Wille.

Derby gegen den Jugendverein

Am Samstag steht für Riederer nun eine ganz besondere Partie an. Es geht im Derby gegen den 1. FC Bad Kötzting, seinen Jugendverein, für den er nach seiner Profilaufbahn noch drei Spielzeiten aktiv war. Er habe dem FCK einiges zu verdanken, sagt Riederer. Hier bekam er als junger Torhüter das Vertrauen, in der Bayernliga zu spielen und konnte sich dadurch für Größeres empfehlen. „Es war eine wunderschöne Zeit“, blickt er zurück. Doch das wird der Keeper am Samstag für 90 Minuten ausblenden, denn da zählt für ihn nur ein Sieg. „Ich kenne noch einige Spieler, aber wir wollen das Derby unbedingt gewinnen.“

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