Künstler Gerhard Kadletz (73) arbeitet seit Jahren am Entwurf für ein Kunstprojekt, zugeschnitten auf die historische Kreisgrabenanlage in Kothingeichendorf im Landkreis Dingolfing-Landau. Der Ort ist eine Kultstätte, findet Kadletz. "Man sieht nur nichts davon." Das will der Künstler ändern. Aber das wird teuer - und die Begeisterung bei den Behörden hält sich in Grenzen.

Kothingeichendorf ist ein kleiner Ort an der Osterhofener Straße nahe Landau. Ein Ort, dessen Name auf einem grünen Schild mit gelben Buchstaben steht. Für Gerhard Kadletz ist Kothingeichendorf nicht nur der Standort seines Wohnhauses und Ateliers, sondern die Wiege der europäischen Kultur. Eine Kultstätte, findet er. "Man sieht nur nichts davon."

Die Einzigartigkeit dieses geschichtsträchtigen Ortes müsse sichtbar gemacht werden, sagt er. Am besten durch eine künstlerische Interpretation. Kadletz könnte lange darüber sprechen. Es ist ein Thema, das ihn reizt und aufregt. Den ersten Schritt einer Visualisierung, eine Art Provokation, hat er schon vollzogen. Unübersehbar sticht dem Passanten ein knallgelbes Transparent mit blauer Schrift von Kadletz' Gartenzaun entgegen: "Hier war einmal Kultingereichendorf."

Grillplatz für die Landjugend, Pavillon für Archäologie

Doch der Künstler will mehr. Er hat vor, der historischen Stätte ein Kultdenkmal zu setzen. Er plant einen gut sechs Meter hohen Granitblock als Sonnenkral, ihm gegenüber ein Sonnentor, ebenfalls aus Granit, das über einer Sonnenscheibe erwächst. In dessen Zentrum fällt zu bestimmten Zeiten der Sonnenstrahl durch den Kral ein.

Ringsherum hat Kadletz bereits kleine Sitzgelegenheiten in seinem kleinen Modell gruppiert. Er stellt sich vor, dass ein Grillplatz für die Landjugend hinzukommt. Des Weiteren ein Pavillon für die Kreisarchäologie, der drei Ausstellungsvitrinen beinhaltet, jeweils für Kothingeichendorf, Meisternthal und Aufhausen. Kostenpunkt: Knapp 200.000 Euro. Da fängt die Herausforderung an. Gerhard Kadletz hofft darauf, dass das Projekt eine Leader-Förderung bekommt. "Darum bitte ich den Landkreis mit der Stadt Landau, als Träger für mein Projekt zu fungieren und sich um die entsprechende Förderung zu bewerben."

Doch die Begeisterung bei den zuständigen Behörden für den Entwurf des Künstlers hält sich in Grenzen. Ausgerechnet die Erneuerung eines ganz anderen Orts könnte jetzt die Lösung bringen.