Land unter in Ostbayern Starkregen und Unwetter wüten in der Region

, aktualisiert am 30.06.2021 - 12:57 Uhr
Die Wassermassen haben vor allem im Raum Landshut immense Schäden angerichtet. Foto: NEWS5 / Bauernfeind

Heftiger Starkregen und Sturmböen richten in vielen Regionen schwere Schäden an. Zahlreiche Keller laufen voll, Bäume werden entwurzelt und müssen beseitigt werden. Im Landshut stand zeitweise die Altstadt sogar unter Wasser. Der Bahnverkehr in Ostbayern ist bis zum Morgen teilweise beeinträchtigt.

Das Polizeipräsidium Niederbayern teilte am Dienstagabend mit, dass es zwischen 17 und 21 Uhr zu einer Vielzahl von Unwettereinsätzen kam. Allein in der Polizeieinsatzzentrale wurden in der Zeit insgesamt mehr als 200 unwetterbedingte Störungen gemeldet. Der Schwerpunkt lag dabei in der Stadt und im Landkreis Landshut. 

In Landshut stand in Teilen der Stadt das Wasser in den Straßen, Sturzbäche gingen nieder. Zahlreiche Bäume stürzten um, Keller liefen voll. Bei der Landshuter Feuerwehr gingen mehr als 600 Notrufe ein, wie ein Sprecher der Integrierten Leitstelle am Dienstagabend erklärte. Auch der Bahnverkehr zwischen Landshut und Plattling war zeitweise beeinträchtigt.

Umgestürzte Bäume, beschädigte Leitungen

In den meisten Fällen, die gemeldet wurden, ging es um umgestürzte Bäume, die teils Stromleitungen und Einrichtungen der Telekom sowie geparkte und fahrende Fahrzeuge beim Umstürzen beschädigten. Dabei wurden auch mehrere Menschen leicht verletzt. Aufgrund teilweise sintflutartig überschwemmter Straßen wurden Kanaldeckel ausgehoben. Zudem verursachten die Wassermengen häufig massive Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen. In Landshut musste eine Straße vollständig gesperrt werden, nachdem es dort beim Brauhauses mehrere Fahrzeuge weggeschwemmt hatte.

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Im Kreis Straubing-Bogen gab es mehr als 50 Einsätze. Meist waren die Einsatzkräfte damit beschäftigt, umgestürzte Bäume zu beseitigen, vollgelaufene Keller auszupumpen und überflutete Straßen wieder frei zu machen. Besonders betroffen waren die Gebiete um die Gemeinden Sankt Englmar und Oberschneiding. In Münchsdorf (Gemeinde Oberschneiding). In Geiselhöring (Landkreis Straubing-Bogen) und Johanniskirchen (Landkreis Rottal-Inn) musste die Feuerwehr nach Blitzeinschlägen ausrücken, wobei sich die Schäden jeweils im unteren drei- bis vierstelligen Bereich bewegten.

In Niederaichbach (Landkreis Landshut) stürzte, bedingt durch den Starkregen, das Dach sowie die Seitenwand der Halle eines Logistikdienstleisters teilweise ein. Verletzt wurde niemand.  Der geschätzte Schaden beläuft sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Im Raum Eggenfelden (Landkreis Rottal-Inn) kam es am Abend zu mehreren Unfällen wegen des Unwetters. Dabei beschädigten umstürzende Bäume mehrere Autos. In einem Fall klagte ein 25-Jähriger aus Landshut über leichte Schmerzen, nachdem ein Baum sein Auto getroffen und beschädigt hatte. Der Landshuter wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

In Pfarrkirchen, ebenfalls Landkreis Rottal-Inn, schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein. Glück im Unglück - die Energie wurde vermutlich über die Dachrinne abgeleitet und es konnte sich kein Brand entwickeln. Nur das Mauerwerk wurde beschädigt.

Nahe Hauzenberg (Landkreis Passau) kam es auch zu mehreren Einsätzen wegen umgestürzter Bäume. In einem Fall fiel ein Baum so knapp vor einen fahrenden Lieferwagen, dass der Kurierfahrer nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte. Ein Ast bohrte sich in das Fahrzeug und es musste abgeschleppt werden. Der Fahrer klagte nach dem Unfall über Schmerzen in der Brust und wurde ambulant behandelt.

Über 200 Notrufe in der Oberpfalz

Auch in der Oberpfalz kam es zwischen 17.40 und 20 Uhr zu vielen Einsätzen. Das Polizeipräsidium Oberpfalz meldete mehr als 200 Notrufe, von denen allein 120 wegen umgestürzten Bäumen und Verkehrsbehinderungen abgesetzt wurden. Mehrere Stromleitungen wurden von Bäumen beschädigt.

Um 18.30 Uhr fiel auf Höhe der Ortschaft Sinzing im Landkreis Regensburg ein Baum auf die Oberleitung der Bahnstrecke Regensburg Ingolstadt und sorgte für Behinderungen. Ein Zug musste anhalten, die Fahrgäste mussten mit Bussen weiterfahren. Wie die Deutsche Bahn am Mittwoch mitteilte, kam es auch zu Störungen auf der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg. Um kurz nach neun Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden.

Im Raum Bad Kötzting verlief das Unwetter eher glimpflich. Dort musste die Feuerwehr meist Bäume und Äste von den Straßen schaffen. Auf der Ruselstrecke bei Hofdorf fielen ebenfalls Bäume auf die Straße, die die Einsatzkräfte wegräumen mussten. In Viechtach stürzte ein Baum auf mehrere Autos.

Um 18 Uhr wurde der Einsturz eines Stalles in Deining im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz mitgeteilt. Verletzt wurde aber niemand. Die Höhe des Schadens kann noch nicht beziffert werden. In Regensburg wurden um 18.10 Uhr mehrere umgefallene Bauzäune mitgeteilt. Auch hier wurde niemand verletzt. Um 19.17 Uhr drohte in Pfreimd ein Wohnmobil zu kippen und den Hang hinunter zu stürzen. Die Feuerwehr konnte das Fahrzeug sichern.

Viele Einsätze auch in Oberbayern

Heftige Unwetter erreichten gestern auch den nördlichen Teil von Oberbayern. Zwischen 16.30 und 21.45 Uhr registrierte die Ingolstädter Einsatzzentrale 153 unwetterbedingte Einsätze. Darüber hinaus wurden im gleichen Zeitraum 29 Einsätze erfasst, bei denen eine Gefahr für den Verkehr vorlag. Hauptsächlich handelte es sich dabei um umgestürzte Bäume und umherfliegende Äste die teilweise die Fahrbahnen blockierten. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Auf der A99 zwischen München-Neuherberg und dem Autobahndreieck Feldmoching in Fahrtrichtung Stuttgart hat um 17.25 Uhr ein Blitz auf der mittleren Fahrspur eingeschlagen. Dabei wurde ein etwa faustgroßes Loch in die Fahrbahndecke gerissen. Ein Lkw und ein Auto wurden durch den Blitzschlag in der Elektronik beschädigt und waren nicht mehr fahrbereit.

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