Die Lamer Raunacht hat heuer alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. In seiner 13. Neuauflage zog das Treiben auf dem Engelshütter Dorfanger eine rekordverdächtige Besucherkulisse in den Bann. Auch in Bezug auf Quantität und Qualität der mitwirkenden Gruppen wurden am Sonntagabend neue Maßstäbe gesetzt.

Bei hell leuchtendem Mond in sternenklarer Nacht gaben die Chambtaler Böllerschützen das Startsignal. Moderator Stephan Jarosch und Nachwuchshexe Marie versprachen den Besuchern im weiten Rund nicht zu viel, als sie eine „wuide Nacht“ ankündigten: schaurig-schöne Gestalten, die nach alten Überlieferungen in den Rau- oder Losnächten ihr Unwesen treiben, Wolfsauslasser, die mit ihren überdimensionalen Kuhglocken einen ohrenbetäubenden Lärm machen, Deifen mit den fantasievollsten Masken und Kostümen. Sie alle boten dem Publikum eine professionelle Performance vom immerwährenden Kampf des Bösen gegen das Gute, Lust und Verderben, Macht und Geld. Erstmals dabei: die Heandltrommler aus Thalberg, die eine donnernde Percussion-Einlage boten. Die ortsansässigen Osserhexen und Engelshütter Teifen mischten sich derweil unters Volk.