Künstler aus Straubing Ringlstetters "Heile Welt"

Ausnahmekünstler mit Straubinger Wurzeln: Hannes Ringlstetter. Foto: Andreas Reichelt

Er ist Musiker, Gastgeber einer Late Night Show und Schauspieler. Viele kennen ihn als Yazid in der Serie Hubert und/ohne Staller. Vor allem aber ist Hannes Ringlstetter ein sympathischer Mensch mit intelligentem Humor. Eine Künstlerseele, die man einfach mögen muss.

Mir sitzt sein Konzert in Passau noch immer im Gemüt. Dort stellte er sein neues Album „Heile Welt“ vor. Ich kannte ihn als Schauspieler, mochte ihn als Comedian und war begeistert von seinem Umgang mit den Gästen seiner Late Night Show. Aber dass er darüber hinaus noch solch ein genialer Musiker ist, hat mich erstaunt.

Wir treffen uns am Tag nach seinem Auftritt in einem Gastraum seiner Passauer Unterkunft. Barfuß kommt er hereinspaziert, grüßt freundlich und hat noch immer eine wohl etwas längere Nacht in den Gliedern stecken. Wir setzen uns an einen Tisch. Doch er gibt kein Interview, nein, wir unterhalten uns ganz einfach. Denn Hannes Ringlstetter ist trotz seines Erfolgs der nette Kerl von nebenan.

Sehen Sie hier unseren Videobeitrag zum Gespräch mit Hannes Ringlstetter:

Geprägt von Fredl Fesl

Hannes hat einen feinsinnigen, intelligenten Humor. Sein Timing bei Pointen ist einfach grandios, was mich an Fredl Fesl erinnert. „Meinen Humor, wie Du ihn angesprochen hast, den gäbe es ohne den Fredl wahrscheinlich gar nicht“, sagt er, als ich ihn danach frage. „Der Fredl war zu meiner Zeit der Chef im Ring.“ Er spüre eine Verbundenheit zu ihm, die völlig klar sei. Sie beide seien selbstironische Menschen, die sich konsequent weigern, die Welt als Ganzes ernst zu nehmen. „Dann trifft man sich immer auf der herzlichen Ebene“, glaubt Hannes Ringlstetter. Der Schlüssel dazu liege seiner Meinung nach darin, dass er immer selbst in seinem Humor vorkomme.

Während er das sagt, erinnere ich mich an eine Geschichte, die er beim Konzert erzählt hat. Er sprach von seiner „Corona-Wampe“, die auf den gestiegenen Alkoholkonsum zurückzuführen sei. „Weil: Man muss ja nie fahren“, argumentierte er. Gegen Ende des Lockdowns habe er dann das Leergut zum Wertstoffhof gebracht. Und sich nach zweimaliger Anfahrt so geschämt, dass er zwei Kisten voller Flaschen wieder mit nach Hause genommen habe.

Sympathisch. Hannes Ringlstetter kann auch über sich selbst lachen.

Musik als Lebensgefühl

„Alles, was du in der Sprache brauchst, alles, was du im Schauspiel brauchst, sind für mich die Regeln der Musik“, sagt er nachdenklich. „Pausen, Timing, Rhythmus, Flow, Groove, all diese Dinge brauchst du in allen anderen Berufen auch.“

Dabei ist er selbst sein strengster Kritiker. „Wenn ich ein Drehbuch lese, geht es mir um die Melodie. Wie sagt man das?“ Gerade der Humor lebe davon. „Die entscheidende Sache bei einem Gag ist nicht der Gag, sondern die Pause im Gag. Das ist die große Kunst. Da kann ich mich am meisten ärgern, wenn ich das verkacke“, schmunzelt er.

Heimat

„Da bin ich halt her. Da bin ich aufgewachsen, dort habe ich jeden Unfug im Leben zum ersten Mal gemacht“, lacht er. Heimatgefühl sei für ihn besonders wichtig. „Du kannst nicht später im Leben sagen: Ich hab‘ jetzt eine neue Heimat. Du kannst sagen: Ich fühle mich überall wohl.“ Dieses Gefühl hat für Hannes Ringlstetter etwas mit Sinneseindrücken zu tun. „Heimat ist verbunden mit Gerüchen, mit Wegen, die immer gleich sind. Die Du schon immer gemacht hast. Vielleicht schon als Kind.“

Diese „ewigen Weizenfelder“ im flachen Gäuboden, der Geruch, die Wärme im Sommer, all das bedeutet für Hannes Ringlstetter Heimat. Obwohl er lange in der Großstadt lebte, ist er nun wieder aufs Land zurückgekehrt.

„Der Wald war für mich schon immer ein wichtiger Ort, weil ich Schwammerlsucher bin“, erzählt er. „Die Natur ist in diesen Lockdowns ein neuer Sehnsuchtsort geworden, was ich super finde.“ Es hilft ihm, seine Gedanken zu ordnen.

Den vollständigen Artikel lesen Sie im NIEDERBAYERN TV Magazin, Ausgabe 8. Sie finden es kostenlos zum Download unter www.passau-magazin.de.

 

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