Kritik Frankfurter "Tatort: Finsternis": Spannung kommt nicht auf

Anna Janneke, Paul Brix, Freder und Elli ermitteln im Frankfurter "Tatort" in einem Fall ohne Leiche.(Symbolbild) Foto: picture alliance/dpa | Tobias Hase

Am Ostermontag beschäftigen sich die Frankfurter "Tatort"-Ermittler mit einem Fall, in dem es keine Leiche gibt. Die AZ-Kritik zum Krimi im Ersten.

Achtung, Spoiler! Diese TV-Kritik gibt mehr oder weniger konkrete Hinweise auf die Handlung des "Tatort: Finsternis". Wenn Sie nichts verraten bekommen wollen, warten Sie mit der Lektüre des Textes, bis Sie den Film gesehen haben (Das Erste, 18.04.2022, 20.15 - 21.45 Uhr und in der ARD-Mediathek).

Wer sich am Ostermontag noch mit dem vollen Feiertagsbauch vor den Tatort wälzt, dem bringt "Finsternis" nicht gerade den nötigen Adrenalinkick nach der Festtagsschlemmerei.

"Tatort: Finsternis": Mord oder freiwilliges Verschwinden?

Recht behäbig ermitteln Paul Brix (Wolfram Koch) und Anna Janneke (Margarita Broich) da in dem Frankfurter Fall ohne Leiche, in dem es zunächst nur Blutspuren und die offenbar verschwundene und „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ tote Lehrersgattin Maria Gombrecht (Viktoria Trauttmansdorff) gibt.

Deren arg stereotyp dargestellte ungleiche Töchter – naive Kümmerin mit Babybauch (Odine Johne) im Nachbarhaus contra freigeistige Künstlerin mit Geldproblemen aus Berlin (Julia Riedler) – reagieren dann doch recht entspannt auf das mögliche Verbrechen an ihrer Mutter. Die scheint die einzig Fröhliche in der Familie (gewesen) zu sein, wie Ausschnitte aus einem vor ihrem Verschwinden geführten Interview zeigen. Hat sie sich vielleicht doch nur abgesetzt?

So recht glauben wollen das weder Anna Janneke noch Paul Brix noch die Zuschauer, denn dass in der Familie Gombrecht irgendwas nicht stimmt, wird bereits in den ersten Minuten klar.

Über weite Strecken emotions- und lustlos agieren Janneke und Brix, genauso verhält sich der Ehemann des Opfers, bis seine weinerliche Selbstmitleidsfassade zu bröckeln beginnt und sein wahres, manipulatives Ekeltyrannen-Ich (überzeugend dargestellt von Uwe Preuss) zum Vorschein kommt. Aber Spannung kommt nicht auf.

Häusliche Gewalt im Fokus des Frankfurter "Tatort"

Erst in der zweiten Hälfte wird klarer, welches Thema die Frankfurter in den Fokus stellen wollten – häusliche Gewalt – und auch Kritik an der hierbei oftmals gefährlich lahmen Polizeiarbeit klingt an, mehr aber auch nicht, wenn die Geschichte am Ende noch ein bisserl Fahrt aufnimmt und Janneke zurecht kritisiert: „Es kann nicht sein, dass sich immer alle aus allem raushalten“.

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